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Max Ackermann, Maler und Grafiker

1887-1975, geboren in Berlin, gestorben in Unterlengenhandt, Deutschland

Max Arthur Ackermann. Sohn des Adalbert Reinhold und der Marie Pauline Louise, geborene Ossann. Der Vater war Bildhauer und betrieb eine Möbel- und Rahmenwerkstatt in Illmenau Thüringen. Jugend in Berlin und in Ilmenau. Lehre als Porzellanmodelleur. Studium der Bildhauerei an der "Königlich Sächsischen Kunst-Akademie" in Dresden, an der "Königlich Bayerischen Kunst-Akademie" in München und an der "Königlich Württembergischen Kunst-Akademie" in Stuttgart. 1915-1919 Militärdienst, er wurde nach einer Verletzung als dienstuntauglich entlassen. 1920: Rudolf von Laban plante den Einbezug von Ackermanns Schwarz-Weiss-Diagrammen in seine Choreografie. 1930 verbrachte er den Sommer und Herbst in Ronco, Brissago und Ascona. Er lernte auf dem Monte Verità Karl Vester und in Ascona Marianne von Werefkin kennen. Er war mit Joachim Ringelnatz befreundet. 1936 Lehrverbot auferlegt vom Naziregime, 1937 wurde seine Kunst als "entartet" beschlagnahmt. 1943 zerstörte ein Bombenangriff sein Atelier mit zahlreichen früheren Arbeiten. Max Ackermann gilt als einer der bedeutendsten Künstlern der Abstraktion in Deutschland. www.max-ackermann-archiv.de.

Im Jahr 2009 widmete die Stadt Stuttgart Ackermann eine Treppe. Hier die entsprechende Berichterstattung in der Stuttgarter Zeitung: "Eine Staffel für den Außenseiter. Frauenkopf. Die Stadt benennt eine Treppe nach dem verstorbenen Künstler Max Ackermann. Von Judith A. Sägesser.
Die Eselstaffel heißt jetzt nicht mehr Eselstaffel. Wobei, Eselstaffel hieß die Treppe mit den 96 Stufen sowieso noch nie wirklich. Der Name hatte sich einfach unter den Bewohnern auf dem Frauenkopf eingebürgert. Vermutlich wegen der Nähe zur Eselstraße. Wie auch immer – seit dem vergangenen Mittwoch hat die Treppe einen offiziellen Namen: Max- Ackermann-Staffel heißt sie, benannt nach dem Maler, der von 1887 bis 1975 gelebt hat. Teils in Stuttgart.
Max Ackermann hätte sich über diese Geste gefreut, da ist sich Rudolf Bayer sicher. Er verwaltet den künstlerischen Nachlass Ackermanns. „Der Frauenkopf war wichtig für ihn.” Gewohnt hat Ackermann unten in der Stadt, doch das Gartenhäuschen oben in jener Siedlung nahe des Fernsehturms war der Ort, an den er sich zurückzog. Es war für ihn ein Flecken Natur im Großstadtdschungel. Immer wieder hatte er gesagt, dass der Mensch nur dann in Harmonie leben kann, wenn er der Natur verbunden ist. Ackermann hat sich nach dieser Harmonie gesehnt, vieles dafür getan, um sie zu spüren. Zum Beispiel auf dem Frauenkopf in seinem „Häusle”, wie er es nannte.
Dass im Jahr 2009 eine Treppe nach ihm benannt wird, hätte Max Ackermann vielleicht sogar geschmeichelt. Es ist eine Huldigung seiner Person. Und was das betrifft, kam sich der Maler zu Lebzeiten eher benachteiligt vor. Der gebürtige Berliner fühlte sich wenig geliebt, er war der Außenseiter, der es schwer hatte, Fuß zu fassen in der Schwabenstadt. Aber vor allem eine Begebenheit dürfte ihn gekränkt haben: Als die Stuttgarter Akademie einen Nachfolger für Adolf Hölzel suchte, sah sich Ackermann als logischen Kandidaten. Keiner hatte, aus seiner Sicht, die Lehren Hölzels so konsequent vertreten wie er, Max Ackermann. Die Professur ging an Willi Baumeister. Das tat weh.
Wer die biografischen Daten von Max Ackermann überfliegt, könnte den Eindruck bekommen, dass dieser Mann ein sprunghaftes Gemüt gehabt haben muss. Studium angefangen, Studium abgebrochen, Studium angefangen, und so weiter. Doch der Eindruck täuscht. Das Hin und Her in seinem Lebenslauf beweist nicht, dass Ackermann nicht wusste, was er wollte. Andersrum. Es beweist, dass er wusste, was er wollte. Und wenn das, was er tat, nicht dazu passte, dann gab er es auf.
Die Initiative, Max Ackermann eine Treppe zu widmen, ergriff die Stuttgarter Stiftung Geißstraße 7. Die Idee entstand im Zusammenhang mit einem Gedenkblatt, dass die Stiftung zu Ackermann erstellte. Am Mittwoch ist der Verwaltungsbürgermeister Klaus-Peter Murawski auf den Frauenkopf gekommen, um den Staffel-Namen zu enthüllen. Auch wenn die Treppe zwischen Frauenkopfstraße und Filderblickweg nun einen amtlichen Namen trägt, für manchen Bürgern werden die fast 100 Stufen die Eselstaffel bleiben.