Arcegno

Arcegno liegt in einer Bergmulde zwischen Losone und Ronco s/Ascona. Im Zweiten Weltkrieg bauten polnische Internierte die Verbindungsstrasse von Arcegno nach Golino im Pedemonte. Nahe dieser Strasse befindet sich die Höhle, in der Gusto Gräser einst gehaust hatte und dort von Hermann Hesse besucht wurde, Lage der Höhle gemäss Koordinatennetz von „swisstopo“, der eidgenössischen Landestopographie: 700175/114170, auf 433 m.

 

Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 41/2, vom 16. Mai 1959, Bei Arcegno, von Hermann Hesse, 1925:

Hier ist mir jeder Wegesrank vertraut,
Ich geh den alten Eremitensteig,
Der zage Frühlingsregen tröpfelt sacht,
Im kühlen Wind aufflimmert Birkenlaub,
Braunspielgend widerglänzt der nasse Fels - - -
O Fels, o Pfad, o Wind und Birkenlauf,
Wie duftet ihr den alten Zauberernst,
Du keusches Land, wie flüchtet deine Anmut
Scheu hinter Fels und raue Schattenkluft!
Dazwischen blüht aus rötlich kahlem Wald
Der wilde Kirschbaum selbstvergessen hin.
Hier ist mein heiliges Land, hier bin ich hundertmal
Den stillen Weg der Einkehr in mich selbst
Im Sinnbild einsamen Geklüfts gegangen
Und geh in heute neu, mit anderem Sinn,
Doch altem Ziel, und geh ihn niemals aus.
Hier atmen falterhaft Gedanken fort,
Die ich vor Jahren hier in Fels und Ginster,
In Sonnenhauch und Regenwind erjagt –
Nimm hin, du Stein und Bach und Birkental,
Nimm wieder hin ein aufgetanes Herz,
Das nichts mehr will, als euren heiligen Stimmen
Mit willigen Sinnen dankbar offenstehn.