Ascona, Centro Culturale Beato Berno

Das Centro Culturale Beato Berno war für kurze Zeit kulturelle Institution in Ascona. Der Artikel von Tina Stolz im "Ferien-Journal" vom September 1988 erzählt davon: 10 Jahre Centro Culturale Beato Berno. Ein Jubiläum oder ein „toter Ast“? – Am 14. Dezember 1977 unterbreiteten Direktor Luciano Bohrer vom Verkehrsverein Ascona und Losone und der Journalist und Kulturreferent Peter P. Riesterer der Generalversammlung des Ente Turistico die Idee, das ehemalige Altersheim Beato Pietro Berno, im Herzen von Ascona, in ein Kulturzentrum umzuwandeln. 66 der 68 anwesenden Mitglieder stimmten diesem Projekt zu. Luciano Bohrer führte die Verhandlungen mit der Kirche, der das Haus gehört und überwachte die Planung des Umbaus, der vom Architekten Giacomo Pisoni ausgeführt wurde. Peter P. Riesterer befasste sich mit dem Ausstellungskonzept. An der Generalversammlung vom 12. Juli 1988 wurde das Kulturzentrum als „toter Ast“ bezeichnet und seine Weiterführung in Frage gestellt. Werfen wir einen Blick auf diese zehnjährige Ausstellungszeit zurück, die unter dem Motto „Kulturstätte für Begegnung alter und neuer Kultur“ entstanden ist. Nach kurzer Anlaufszeit, fand das Centro bald zu einem festen Konzept. Von Ostern bis Oktober folgten sich Veranstaltungen in regelmässigem Rhythmus. Den Rahmen dazu gaben zwei didaktische Ausstellungen je zu Beginn und Abschluss der Saison. Im Frühling wurde sie einem kunsthandwerklichen Thema oder dem Volksgut gewidmet, wie z.B. der Geschichte des Brotes, der Wolle, den Bräuchen der Vergangenheit, der „Geige der Armen“, der Handweberei, den Kaminen auf den Dächern (Comignoli), der Keramik. Im Herbst wurden über die Jahre die Wege des Theaters erforscht, von der Entstehung des Bühnenbildes zur Commedia dell’Arte, dem Circus, der Magie, bis zum modernen Kind des Theaters „Film und Comics“ und der Welt der Musik. Unvergesslich sind Aufführungen geblieben, die dabei den schönen Hof des Centro Culturale belebten: Ferruccio Soleri, der einmalige Arlecchino vom Piccolo Teatro die Milano, bei seiner Einführung in die Commedia dell’Arte, die jungen Gaukler und Akrobaten von der Scuola Teatro Dimitri Verscio beim Thema Circus. Sogar Dimitri, der Clown, kehrte damals wieder einmal mit seiner Aufführung nach Ascona zurück. Mehrere Zauberer schlugen während der Ausstellung über die älteste aller Künste, der Magie, die Zuschauer in ihren Bann. Aber auch jungen Malern und Bildhauern des Kantons wurden die Ausstellungsräume geöffnet, die Amici dell’Arte hielten regelmässig ihre Kollektivausstellung hier ab, und zu einer der Sternstunden gehörten gewiss auch die „Poetischen Maschinen“ von Paul Gugelmann.
Ein „toter Ast“ also? – Unzählige Blumen und Früchte sind darauf gewachsen, tausende von Menschen haben sich darüber gefreut, obwohl – und obwohl es nicht immer leicht war, die Blumen zum Blühen und die Früchte zum Reifen zu bringen! Ein Wunder also? – In noch frischester Erinnerung ist die Ausstellung vom vergangenen Juli mit den drei Künstlerinnen Maja Müller, Magi Joss und Antonietta Airoldi, die sich in den reichen Blumenstrauss und die volle Früchteschale der „Zehn Jahre Centro Culturale“ aufs Schönste einreihte.