Caterina Beretta
Caterina Beretta, Schriftstellerin

1903-1993, geboren in Madison, Wisconsin, USA, gestorben in Ascona

Auf der Suche des Paradieses auf Erden kamen William Frederic Giese, geboren 1864, Dozent für französische Literatur an der Universität von Madison, Wisconsin, und seine Frau Charlotte, geboren 1879, im Jahr 1913 nach Ascona. Mit von der Reise war ihre zehnjährige Tochter Caterina. In Ascona kauften sie von einem Anhänger der Monte-Verità-Bewegung eine Holzhütte, das sie Châlet nannten. Diese Hütte wurde in den 1920er-Jahren zur Casa San Rocco an der heutigen Via Collinetta 11 umgebaut, in der Nachbarschaft von Mia Hesse-Bernoulli, Ernst Frick und Lilly Volkart. Vater Giese verfasste diverse Bücher und war als Übersetzer tätig, während seine Gemahlin sich der Geistesbildung der Einwohner und Gäste von Ascona widmete. Im Jahr 1926 gründete sie die Asconeser Bibliothek. Die Bücherei befand sich im Obergeschoss des Caffè Centrale in der Via Borgo, gegenüber dem ehemaligen Caffè Verbano. Charlotte und ihre Tochter Caterina gingen von Haus zu Haus, um für ihr Vorhaben zu werben und Geld und Bücher zu sammeln. Nach diversen Dislokationen zog die Biblioteca Popolare Ascona im Jahr 1955 an ihren heutigen Standort an der Piazza G. Motta 37 am Lungolago. Sie ist in den Räumen der Fondazione Maestra Laura Pancaldi-Pasini zuhause. Diese Stiftung wurde im März 1944 gemäss den Artikeln 80 bis 88 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB, als gemeinnützige Institution ins Handelsregister eingetragen.

Tochter Caterina verliebte sich in den 1920er-Jahren beim Tanzen in Ascona in Efrem „Efremino“ Beretta aus dem Valle Verzasca. Beretta war Spross einer Bierbrauerfamilie aus Mergoscia, sie unterhielt Betriebe in Locarno, die Birreria Nazionale, und im italienischen Pallanza, wo 1921 die Brauerei Birra Sempione SA eröffnet wurde. Beide Brauereien sind heute verschwunden, die Birreria Nazionale ging 1981 in der Brauerei Calanda auf. Der Maler Emilio Maria Beretta war der Cousin von Efrem. Im Jahr 1934 kam Sohn Efrem, der dritte Efrem in Folge, zur Welt.

Caterina Beretta veröffentlichte im Jahr 1980 bei Casagrande Libri ihr Buch „La mia Ascona“, das dem Filmemacher Werner Weik im Jahr 1985 als Grundlage für eine RSI-Produktion diente: „Alla ricerca dell’Ascona perdutta, la tranquilla estistenza di Caterina Beretta“. Ihr Buch ist unter dem Titel „Mein Ascona“ im Cosmos Verlag auch in deutscher Sprache erschienen. „Nel labirinto di Ascona“ von Caterina Beretta ist im Jahr 1985 bei Armando Dadò Editore, Locarno, herausgekommen.

Das Familiengrab der Beretta befindet sich auf dem Friedhof von Ascona. Auch Caterinas  2012 verstorbener Sohn Efrem hat dort seine letzte Ruhestätte gefunden.