Friedrich Brüderlin
Friedrich Reinhard Brüderlin, Bildhauer und Maler

 

1919-2009, geboren in Basel, gestorben in Intragna

 

Aus der Tessiner Zeitung vom 21. August 2009: „Friedrich Reinhard Brüderlin wurde 1919 in Basel geboren. Schon in jungen Jahren betätigte er sich als Autodidakt auf dem Gebiet der Malerei, der Bildhauerei und der Fotografie. 1953 führte ihn eine Studienreise erstmals nach Spanien, wo er in der Folge bis Ende der Neunzigerjahre immer wieder arbeitete. 1958 siedelte er nach Verscio ins Tessin über und baute sich hier sein Atelier, in welchem er noch heute seine Arbeit fortführt und seine Forschung weiter betreibt. Brüderlin stellt in der Schweiz, in Spanien und Deutschland aus, und seine Werke sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen anzutreffen. Die Ausstellung zum Anlass seines 90. Geburtstages will einen Überblick über die lange und vielseitige kreative Tätigkeit von Brüderlin geben. Seit mehr als 70 Jahren schafft der Künstler Skulpturen. Während dieser langen Zeit hat er zahlreiche Materialien verwendet - die von ihm kreierten Formen gingen in ganz verschiedene Richtungen: Von grossen Werken in Kupfer über Zusammensetzspiele aus Holz zu weichen und sinnlichen Formen in Ton, von imposanten, aber gleichzeitig strengen und dynamischen Türmen über einmalige Monofusionen aus Gips und Kunstharz zu organischen Skulpturen und “Mauer-Lumiskulpturen” und dem mathematisch präzisen “FRB CUBO”, der, ausgehend von der Kombination der drei Grundelemente, in welche der Kubus unterteilt wird, unzählige schöpferische Möglichkeiten öffnet.“

Friedrich Reinhard Brüderlin starb im Jahr seiner letzten Retrospektive in der Casa Anziani in Intragna. Die Tessiner Zeitung druckte am 18. Dezember 2009 unter dem Titel „Trauer um den Bilhauer Friedrich Reinhard Brüderlin“ einen Nachruf von Carina Guttchen. Auszug:  „Er war zwar ein alter kranker Mann, doch ein begeisterungsfähiger, ja jugendlicher Künstler. Kurz zu seinem Lebenslauf: Friedrich Reinhard Brüderlin war von Geburt an herzkrank. Nach mehreren Bergaufenthalten kam er, etwa 2-jährig, in ein Kinderheim in Zürich, wurde später bei einer Gastfamilie untergebracht und besuchte die Zürcher Steinerschule. Schon als Siebenjähriger zeichnete er haargenaue Profile seiner damaligen Pflegerinnen und als 14-jähriger modellierte er einen lebensgrossen Kopf einer Mitschülerin.Von da an wusste er, dass er Bildhauer werden wollte – in ihm war ein intensiver innerer Drang.“

Brüderlins Wandgrab befindet sich auf dem Friedhof von Verscio, ganz nahe dem von Jakob Bührer. www.frbruederlin.com