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André E. Bucher, Bildhauer

Text zum Buch: Think Lava Art – Buch über die einzigartige Lava-Kunst des Bildhauers André Bucher, www.openpr.de „Der Schweizer André Bucher ist vermutlich der erste und einzige Künstler weltweit, der am Kraterrand eines Vulkans temporär sein Atelier errichtete. Bucher entdeckte bereits in den 70er Jahren, dass Bronze und Lava das gleiche Fließverhalten sowie den selben Schmelzpunkt haben und integriert seitdem flüssige Lava in seine Kunstwerke. Und somit ist „Think Lava Art“ der Titel des Buches, das anlässlich des 80. Geburtstages des Bildhauers erschienen ist und einen Überblick über dessen umfangreiches Werk gibt. André Buchers Themen sind das Wiederfinden der Natur, die Versöhnung des Menschen mit seiner Umwelt und die Suche nach den Ursprüngen. Die Verarbeitung von Lava in seinen Skulpturen ist ein Versuch, in seinen Werken die grundlegende Einheit der Welt auszudrücken. Mit diesem Ziel kehrt er noch heute regelmäßig zum Ätna und anderen Vulkanen zurück. Die Formen, mit denen André Bucher die Lava direkt auf dem Ätna bearbeitet, entwickelt er in langer Vorbereitung in seinem Genfer Atelier. Mit einem feuerfesten Anzug geschützt, modelliert er seine Lavaformen und muss dabei schnell arbeiten, bevor die Lava erstarrt. Später im Atelier kombiniert der Künstler sie mit Bronze oder Acryl. „Think Lava Art“ ist mehr als ein Kunstbuch im herkömmlichen Sinne. Das dreisprachige Werk verbindet Kunst und wissenschaftliche Überlegungen. Es bietet Lesens- und Wissenswertes über Kunst, Vulkane, Lava, Mythologie, Kosmologie und Frequenzforschung – denn Lava erzeugt ähnliche Schwingungsfrequenzen wie das menschliche Gehirn.“ André Bucher, geb. 1924 in Mosambik, begegnet schon als Kind Künstlern wie Jawlensky, Macke, Giacometti und Marino Marini, dessen Werk ihn tief beeindruckt. Er studiert Kunst und Bildhauerei in Zürich, Paris, London, Berlin, Rom und in den USA. Seit 1967 widmet er sich ausschließlich der Bildhauerei und seit 1976 arbeitet er mit glühender Lava. Seine Werke befinden sich in den wichtigsten Museen, Stiftungen und privaten Sammlungen der Schweiz sowie in Deutschland, Österreich, Belgien und Holland. Seine Skulpturen wurden in unzähligen Einzelausstellungen in aller Welt gezeigt, rund 80 sind heute fest an öffentlichen Plätzen und Gebäuden installiert – hauptsächlich in der Schweiz und in Deutschland, aber auch in Japan, Israel, Frankreich und Italien. André Bucher lebt und arbeitet seit 1949 in Genf.“
Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 79/1, vom 24. April 1964, Asconeser-Künstler, André E. Bucher: „Mitten in der Altstadt von Genf, in einem der schönsten alten Häuser, wo sich die Galerie Art et Culture befindet, im obersten Stockwerk, begrüsste ich in seinem originellen, selten schönen Atelier, den Maler André Bucher. Lachend strahlen seine blauen Augen. „So haben Sie endlich den Weg zu mir gefunden?“ Ich musste erst richtig Atem holen nach dem Steigen der vielen Treppen, dann bewunderte ich sein Atelier, einen riesigen Raum mit Kamin, an den Wänden hängen einige grosse Ölgemälde, in einer Ecke stehen weitere Werke (sicher über 100). Daneben sind mir seine einzigartigen Kupferplastiken aufgefallen, besonders der St. Sebastian, wo er das Problem des durch Pfeile durchstossenen Oberkörpers, mit Hilfe von grossen Schlüsseln (womit man Sardinenbüchsen öffnet) anstelle der Pfeile, sehr originell gelöst hat. Sehr eindrucksvoll wirkt auch der keltische Reiter, und fröhlich dekorativ die Henne. Alle diese Figuren stehen auf alten Holzsockeln.
Vom grosszügigen Atelierraum führt eine kleine Holztreppe hinauf in den Dachraum, durch dessen Fenster ein herrlicher Blick über Genf und den See das Auge fesselt. Das ist seine eigentliche Arbeitsstätte, da gibt es Farben, Farben und Leinwand in jedem Format. Hier malt André Bucher oft bis in die Morgenstunden. Schon manchem berühmten Künstler wie Mathien, Toffali, Zouzouche usw. hat er diese Räume zur Verfügung gestellt. Da und dort hängen auch Bilder dieser Maler.
Wir steigen wieder hinab ins grosse Atelier, wo mir André Bucher seine Werke zeigte. Buchers Malerei ist modern, figurativ imposant und auch farblich sehr eindrucksvoll. Besonders gefesselt haben mich 5 grosse schmalformatige in einer Nische nebeneinander hängende Bilder, darstellend: Cavalier mit Cape und Monokel, eine ewig weibliche Eva, ein Harlekin, die Künste darstellend; ein Bischof und als 5. Ein Torreador, streng diszipliniert. Der Künstler nennt diese mehrteilige Komposition: „Le théâtre humain“.
Auch seine anderen Werke sind unglaublich vielseitig in Technik und Farben. Bucher hat eine reiche Fantasie und seine malerische Ausdrucksweise ist sehr kraftvoll. Da sind Landschaften am Meer, Eindrücke von Ascona, Motive aus Frankreich, Frauenköpfe, ein Torrero, dann folgen in leuchtenden Farben ein Clown, der Markt in Intra, eine Prozession, der Vogelhändler, der Melonenverkäufer, ein Harlekin usw. im ganzen über 150 Bilder.
Der Maler erklärte mir, dass er für seine geplanten Ausstellungen noch mehr schaffen muss. Bucher malte schon als 5 jähriger Ölbildchen, später gab ihm Paolo Osswald aus Ascona seinen ersten Zeichenunterricht. Er ist 1924 in Ost-Afrika (Mozambique) geboren, wo seine Schweizer-Eltern eine Kokosplantage hatten. Von dort zogen sie 1926 ins Tessin nach Ascona. Hier besuchte er später die Privatschule von Dr. Matzig, die Gemeindeschule, sowie das Collegio, dann kam er in ein Internat bei Zug, wo er vorhatte, an der E.T.H. Architekt oder Ingenieur zu studieren. Doch sagte ihm das zuwenig zu, er besuchte so nebenbei in Zürich eine Malschule, von dort zog es ihn nach Paris, wo er Seite an Seite mit B. Buffet seine Malstudien an der Académie de la grande Chaumière fortsetzte. Später malte er in England, Deutschland, Holland und Italien.
Der Künstler erzählte mir von seinem Atelier in Ascona, wo er ein Haus besitzt und wo er einen grossen Teil seiner Bilder gemalt hat und lud mich auch ein, ihn dort zu besuchen.
Endlich hatte ich nach langem Suchen die Casa Al Fium Vecchio (wo früher Albert Rittmeyer wohnte), so benannt, weil da vor vielen Jahren der nunmehr korrigierte Flusslauf der Maggia durchging, gefunden. Da kommt Bucher aus dem Hause, da der schwarze Pudel durch sein Bellen einen Besucher angemeldet hat. Er bittet mich in seine Atelierwohnung. Wieder ein herrlich grosser Raum mit antiken Möbeln und wieder führt eine Treppe nach oben; als Handlauf, anstatt eines Geländers, dienen dicke rote Kordeln. Auch in dem Hause, „zum alten Fluss“ hängen in allen Räumen Bilder von ihm.
Zurzeit malt Bucher für eine Ausstellung und träumt von Studienreisen nach Afrika und Japan. Vorläufig hat er aber noch genügend mit der Wirklichkeit zu tun und macht den Eindruck eines Menschen, der weiss, was er will und der mit beiden Füssen im Leben steht.
Auf die Frage nach seinen Hobbys antwortet mir Bucher lachend: Kochen, moderner Jazz, Alphornblasen, Autorennsport und Taubenschiessen. Still vergnügt und angeregt verliess ich das Haus, begleitet von den herzlichen Worten eines lieben Gastgebers: „Kommen Sie bald wieder.“