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Paul Burkhard, Bildhauer und Zeichner

1888-1964, geboren in Richterswil, gestorben in Agra

 

Studium an der Kunstgewerbeschule in Zürich. Tätigkeit als Bildhauer in verschiedenen Ateliers. 1913-1921 Studium an der Kunstakademie in München. Ab 1923 wohnte und wirkte er in Lugano, später in Agra. Burkhards bekanntestes Werk ist die Figur des Alphirten, er wird immer wieder für Wilhelm Tell gehalten, auf dem Fünffrankenstück - dem Fünfliber. Burkhard litt an einer Lungenkrankheit und hielt sich im Sanatorium in Agra auf. Dort verkehrte auch im Ristorante San Gottardo. Im Sanatorium lernte er 1962 auch Erich Kästner kennen und schätzen. Luiselotte Enderle schildert Burkhard in ihrem Buch „Erich Kästner“ wie folgt: „Da gab es den skurrilen Maler Burkhard, der jahrzehntelang als Zirkusartist herumgezogen war, beim Toni (Wirt im Ristorante San Gottardo) als Pensionär lebte und beim fünften Glas Valpolicella Partien aus „Faust 2. Teil“ zu zitieren und zu interpretieren anhub.“ Margrit Fischer-Hotz zitiert Burkhards Arzt in Agra, Dr. Karl Zimmermann: "Oh, die beiden (Burkhard und Kästner) gingen schon morgens ins nahe gelegene Restaurant und tranken Bier. Immer aus der Flasche, wie die Tessiner, keinesfalls wie die deutschen Kurgäste aus dem Glas!" Burkhard ist auf dem Friedhof von Agra begraben. Dort liegt er in einem mit Hortensien überwucherten Grab, Nummer 44, auf dessen Holzkreuz sein Name kaum noch zu entziffern ist.