Umschlag der Jubiläumsausgabe 10 Jahre Ferien-Journal

Das Ferien-Journal - Asconas Hauszeitung erscheint

Das "Ferien-Journal", herausgegeben von Bethli und Hans, Giovanni, Roos, war eine Institution im früheren Ascona, unterstützt von namhaften Künstlern wie Otto Bachmann, Horst Budjuhn, Doris Hasenfratz, Patricia Highsmith, Rudolf J. Humm, Horst Lemke, Richard B. Matzig, Jo Mihaly, Peter P. Riesterer, Sybille und Wladimir Rosenbaum und Aline Valangin. Die erste Nummer erschien im Jahr 1954, die letzte 1997.

In der Gratisausgabe, Nr. 1, von Juni 1954 ist unter dem Titel "Ich stelle mich vor" zu lesen: "Was gibt es in Ascona Neues, ist die regelmässig wiederkehrende Frage der Feriengäste, die schon früher in Ascona waren. Wie finde ich mich in Ascona zurecht, wo wohne und esse ich gut? Was ist in den Ausstellungen zu sehen? Wo gibt es all die Sachen die man so täglich braucht und bei wem finde ich schöne Reise-Andenken, fragen all die Vielen, die zu ersten Mal an den Lago-Maggiore kommen. – Das "Ferien-Journal" will alle diese Fragen mit einem Schlage lösen. Schon immer wurde mit Verwunderung festgestellt, dass es in Ascona keine Zeitung gibt, eine richtige Ferien-Zeitung die einem mit den Neuigkeiten des Asconeser-Lebens so richtig vertraut macht. Das Ferien-Journal will nicht mit den grossen Zeitungen und Zeitschriften konkurrieren. - Es will sein typisches Asconeser-Gesicht wahren, es soll freudig sein wie die Tessiner-Weisen die in den Grotto's ertönen, es will spritzig sein wie der gute Nostrano und auch die edle Schärfe eines gut gelagerten Grappas soll es haben. Es soll Euch ein freundlicher Ferien-Begleiter werden mit vielen nützlichen Winken für alle diejenigen die gerne Ascona entdecken möchten. - Warum es in deutscher Sprache erscheint? Wir lieben die "Italianità" dieses Landstriches, - die Fremdenstatistik zeigt jedoch, dass die Mehrzahl der Asconeser-Freunde und Gäste die deutsche Sprache spricht, und da wir mit dem Ferien-Journal möglichst vielen eine Freude machen möchten, geben wir es grossen und ganzen in deutscher Sprache heraus. - Das Journal gehört zu den wenigen Dingen, die kostenlos zu haben sind. In sieben Tagen wurde die Welt geschaffen, - sieben Mal werden wir Euch diesen Sommer beim Morgenessen begrüssen."

Ferien-Journal Nr. 151/1 vom 7. April 1973, Aline Valangin: Zum 20. Geburtstag des Ferien-Journals von Ascona: „Unentwegt erscheint unser Ferien-Journal seit zwanzig Jahren! Eine erstaunliche Leistung des Herausgebers und Redaktors, der unter dem Namen „Giovanni“ selbst ungezählte gute Beiträge in die Zeitschrift geliefert hat und vor allem mit sicherem Geschmack und praktischem Sinn es eh und je verstand, vom Besten zu bringen, was Ascona, aber auch der ganze Kanton Tessin, nicht nur auf dem Gebiet des alltäglichen Berichtes, sondern der Kultur der Gegend, aufzuweisen hat. Mancher mag zu Beginn des Ferien-Journals wohl die Nase gerümpft haben, es sei nur so ein „Blettli“, es biete nur die lokale Reklame und werde bald eingehen. Weit gefehlt: Bald sandten gute Schriftsteller ihre Beiträge, beste Namen, die nebst freundlicher Unterhaltung auch neue Kenntnisse über das Tessin boten. Von besonderem Wert sind da die Aufsätze von Piero Bianconi zu erwähnen: Mit seltener Einfühlungsgabe, gutem Kunstverstand und grosser Liebe zum Land, zieht der bekannte Autor verborgene Schätze ans Licht, beleuchtet abgelegene Gegenden, entdeckt für uns wertvolle Alterümer und wertet so das oft verfälschte Bild des Tessins auf. Die Übersetzungen seiner Arbeiten ins Deutsche, von Hanneliese Hinderberger, sind mustergültig, dass das auch einmal gesagt sei. Doch andere, hier Angesiedelte oder Feriengäste kamen zu Gehör, nebst Novellen, Anekdoten und Hinweise auf die hohe Zeit von Ascona, wenn die alljährlichen Musikwochen oder Ausstellungen von Format steigen. Die Arbeit – man könnte sie fast Erziehungsarbeit nennen – war all’die Jahre gross. Mit Geduld und Zuversicht haben die Herausgeber trotz vieler Schwierigkeiten das Ferien-Journal aus einem schmalen Heft zu einer netten Broschüre wachsen lassen, mit prächtigen Reproduktionen von Skizzen, schönen Photos, alles in bester Aufmachung. Ihnen sei unser Dank an diesem Tag!
Man mag sich fragen, wie die Herausgeber es durchhielten, denn das Heft wird ja zum grössten Teil gratis abgegeben und muss doch Nummer für Nummer grosse Kosten verursachen. Nun, es gibt Abonnenten und dann wissen die Herausgeber unsere Firmen Jahr und Jahr, freundlich dafür zu interessieren: die Hotels, Geschäfte, Restaurants und Osterien weit herum, so dass sie Inserate einreichen, die wohl ungefähr die Ausgaben begleichen. Er und seien Frau machen alle Arbeit selbst. Bewunderungswürdig! Beide sei herzlich gratuliert und ihrem Ferien-Journal weitere gute Jahre gewünscht.“

Ferien-Journal Nr. 152/2 vom 5. Mai 1973, Leserbriefe: Gestern flog mir Ihr festliches Ferien-Journal ins Haus. Ich freute mich sehr an der neuen geschmackvollen Aufmachung und den guten Beiträgen und fühlte mich wieder ganz nah mit Ascona verbunden, wo ich ja nur während der Saison V – X wohne. An Ihrem Ferien-Journal habe nicht nur ich Freude, sondern besonders auch meine Gäste, die aus der ganzen Welt kommen. Eine Nummer lasse ich immer zirkulieren. Daher möchte ich Ihnen beiden zum 20. Geburtstag Ihrer Zeitschrift von Herzen gratulieren und danken für alles, was Sie bisher geboten haben. Als Frau eines Verlegers weiss ich, wie viel Arbeit dahinter steckt, welche Geduld und auch welche Liebe, trotz allen Schwierigkeiten. Ich wünsche Ihnen von Herzen weiteres Gelingen und dem Ferien-Journal Anerkennung und Erfolg. Mit freundlichen Grüssen, Emilia M. Oesch, Casa Antica, Ascona.