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Dimitri, Clown

 

1935-2016, geboren in Ascona, gestorben in Brognone

 

Dimitris Lebenslauf auf www.clowndimitri.ch: „Dimitri wurde 1935 in Ascona als Sohn eines Bildhauers und Malers [Werner J. Müller] und einer Stoffplastikerin [Maja Müller] geboren. Als Siebenjähriger fasste er den Entschluss, Clown zu werden. In Bern machte er eine Töpferlehre. Während dieser Zeit nahm er Schauspiel-, Musik-, Ballett- und Akrobatikunterricht. Danach absolvierte er eine pantomimische Ausbildung bei Etienne Decroux und wurde Mitglied der Truppe von Marcel Marceau in Paris. Erste Berufserfahrungen als August mit dem Weissclown Maïss im Cirque Medrano, Paris. Seit 1959 Soloauftritte, erst in Ascona, dann auf Tourneen durch die ganze Welt und dreimal auf Tournee mit dem Circus Knie. 1971 gründete Dimitri mit seiner Frau Gunda in Verscio das Teatro Dimitri. 1975 folgte die Gründung der Theaterschule und 1978 diejenige der Compagnia Teatro Dimitri. Für die hauseigene Truppe kreierte und inszenierte er regelmässig neue Stücke. Im Jahr 2000 wurde dem Kulturzentrum in Verscio das von Harald Szeemann eingerichtete Museo Comico angegliedert. Neben unzähligen andern Preisen und Auszeichnungen wurden Dimitri 2009 der Swiss Award für Kultur und 2013 der Swiss Award für sein Lebenswerk verliehen.

Noch einen Tag vor seinem überraschenden Tod am 19. Juli 2016 stand Dimitri auf der Bühne seines Theaters in Verscio. Er bleibt einer der grössten Clowns, der das Publikum mit seiner Poesie und seinem grossen Herzen nicht nur zum Lachen brachte, sondern auch tief bewegte und berührte.
„Wer ihn auf der Bühne erlebte, erlag für Minuten oder für einen Abend der Illusion der Unsterblichkeit: Wenn Dimitri trippelte, schien er das Geheimnis der ewigen Leichtigkeit in sich zu tragen, nicht nur wegen des geringen Körpergewichts. Selbst wenn dieser virtuose Dompteur der Musikinstrumente und seiner eigenen Gliedmassen sich in Seilen verhedderte oder mit den Tücken eines Klapp-Liegestuhls kämpfte, liess er dies leicht aussehen. Seine Kunstfiguren bildeten das ganze Menschsein ab, ein Leben voller Fussangeln und Schmetterlinge, in dieser Schwebe, die nur ein poetischer Geist schafft: Er vermochte einem einzigen Besenstiel mehr Poesie abzugewinnen als andere einem ganzen Blumenmeer, dem Verzehr einer Banane mehr Komik als sogenannte Comedians einer Tischbombe voller Scherze.“ Nachruf in der NZZ vom 20. Juli 2016.