1904 Einzug der Anarchisten.

Der russische Anarchist Michail Bakunin lebte von 1869 bis 1874 in Locarno und Minusio.
Mit den "Naturmenschen vom Monte Verità" kam ab dem Jahr 1900 durchaus revolutionäres Gedankengut an den Lago Maggiore. Zu den anarchistischen Überzeugungen einzelner Gründungsmitglieder der Cooperative, wie etwa Ida Hofmann, Gusto und Karl Gräser und Henri Oedenkoven gesellten sich andere Namen.
1904 liess sich der anarchistische Arzt Raphael Friedberg in Ascona nieder. Ihm folgten Luigi Bertoni, Fritz Brupbacher, Oskar Maria Graf, Margarethe Hardegger, Ernst Frick, Erich Mühsam, Max Nettlau, Johannes Nohl, Prinz Peter Kropotkin, Gustav Landauer, Errico Malatesta, Ferdinand Nieuwenhuis, Georg Schrimpf, Emil Szittya und andere. Ebenfalls im Jahr 1904 trafen der Schriftsteller und Anarchist Erich Mühsam und sein Freund Johannes Nohl, ein späterer Psychoanalytiker von Herman Hesse, in Ascona ein. Von 1906 bis 1911 gesellte sich der Psychoanalytiker Otto Gross zu dieser Gesellschaft. Ida Hofmann sah sich zu fogendem Tagebucheintrag veranlasst: "Die Vereinigung so vieler verschiedener Elemente verursachte eine heillose Unordnung auf unserem Berge. Die meisten tun nicht das Notwendige zur Förderung des Zwecks, sondern ungefähr genau das, was ihnen beliebt. Es waltet eine schlecht verstandene Anarchie."

Es folgt die Einleitung von Harald Szeemann zur Ausstellung „Die Sammlung Bernhard Mayer“ im Kunsthaus Zürich, 1998. Daraus sind die Protagonisten der "Asconeser Anarchie" und ihre Beziehungen untereinander ersichtlich.