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Max Emden, Kaufhausbesitzer, Financier, Besitzer der Brissagoinseln

1874-1940, geboren in Hamburg, gestorben in Ronco s/Ascona

Ein Hamburger Warenhausbesitzer. Er kaufte die Brissagoinseln 1927 für CHF 350'000 von der Gräfin Antoinette de St. Lèger, liess alle bestehenden Gebäude sprengen und den heute noch bestehenden Palazzo mit 30 Räumen erbauen. Der Park wurde erweitert und ein 33 Meter grosses römisches Bad mit Marmorbecken erstellt. Ein neuer Bootshafen wurde konstruiert. Den Palazzo füllte er mit grossen Meistern wie unter anderen Canaletto, Monet und van Gogh. Er führte ein exzessives Leben. Zahlreiche junge Frauen bevölkerten, meist nackt, die Insel. Eine von ihnen, Ursula von Wiese, beschrieb Emden wie folgt: "Er war ein sehr ernster Mensch, ein Melancholiker, der es nicht verwinden konnte, dass seine Frau ihn, den Millionär, der ihr alles bieten konnte, verlassen hatte. Er hatte nicht einmal mehr Freude am Essen; das einzige, das ihn begeistern konnte, war die Natur, die den Ärmsten der Armen zur Verfügung steht. Durch ihn lernte ich die Reichen anders sehen - sie waren auch nur Menschen, die ihr Teil vom Schicksal abbekamen." Emdens gut 10 Motorboote brachten manchen Gast, von Adenauer bis zu Aga Khan mit der Begum zu den Inseln. Auch Remarque, Edwin Fischer, die Thyssens und andere mehr. Ab 1933 lebte Emden ständig im Tessin, ab 1934 als Schweizer Bürger. In Deutschland begannen die Nazis das Vermögen des jüdischen Kaufmanns zu konfiszieren - Emden lebte in der Folge auch als Kunsthändler. Die Jahre vor seinem Tod verlebte er mit Sigrid Renata Jacobi, genannt "Würstchen", siehe Text unten. Emdens Familiengrab befindet sich auf dem Friedhof von Ronco s/Ascona.