1913 Europas moderner Tanz entsteht.

Rudolf von Laban eröffnete 1913 die "Sommerschule für Bewegungskünste" und zog damit die tänzerische Avantgarde Europas nach Ascona: Charlotte Bara, Isadora Duncan, Suzanne Perrottet, Sophie Täuber, Mary Wigmann, Katja Wulff. Laban zog auch die Dadaisten an, sie waren ihm in seinem Winterquartier in Zürich nahe. Jakob Flach hielt 1917 fest: "Viele Grössen der Ballett- und Tanzkunst, die heute weit verstreut wirken, sammelten sich unter der Leitung Rudolf von Labans, um durch eine anmutige Verschmelzung von Bewegung, Musik, Farbe, Rhythmus und Verzückung in einer entsprechend mitsingenden Landschaft und Naturstimmung das jubelnd auszudrücken, was Professoren und Propheten bei lichtem Tag versucht hatten, kompliziert und gescheit den Festgenossen beizubringen. Mary Wigmann als straffe, führende, wirbelnde Primaballerina; Ernst Mohr und Katja Wulff, blau gewandet, mit mächtigen Schritten, gross und ernst wie ein Erzengel; als Flamme, Geist und Zucken des Blitzes riss Sophie Taeuber den ganzen Schwarm hüpfender, springender, flatternder Komparsen mit sich nach der geregelten Vorschrift des Tanzmeisters Laban: Anschwung - Aufschwung - Drehsprung!"