Arturo Fornaro, Schriftsteller

Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 9, vom 18. Juni 1955, Asconeser-Künstler, Arturo Fornaro, von Pamela: „Gar mancher hat ihn gesehen, einsam über die Piazza oder durch die Gassen wandelnd, meist in schwarz gekleidet, ohne Kopfbedeckung, das seidig glänzende, schwarze Haar in sanften Wellen sich um den schmal geformten Kopf schmiegend, aus dem zwei dunkle Augen glühen als ob sie über dieses Erdenleben hinaus in geistige Sphären schauten. Er kennt niemand, an niemand richtet er das Wort, er lebt still zurückgezogen, niemand weiss wo, eingesponnen in seine Arbeit,  - die Poesi. An seiner Wohnungstüre hängt Schild „Non buccare nicht klopfen“, er macht Nacht zum Tage. Schreiben, denken, dichten, - darüber werden die alltäglichen Bedürfnisse des Lebens völlig vergessen. In den Abruzzen, im gleichen Hause wie Gabriele d’Annunzio geboren, fliesst spanisches und griechisches Blut in seinen Adern. Seit sieben Jahren lebt er im Tessin, der Zufall hat ihn hergeführt und wie so viele andere hält ihn die Landschaft des Lago Maggiore in Bann und vermittelt ihm immer wieder neue Inspirationen.
Neun Gedichtbände hat der junge Dichter bisher veröffentlicht, zwei weitere werden 1955 erscheinen sowie ein Theaterstück, eine Tragödie in drei Akten „Francesca di Romini“. Einen Band Gedichte von Garcia di Lorca hat er vom Spanischen ins Italienische übersetzt. 150 Vorträge wurden von ihm über Literatur und Kunst in Rom, Neapel, Mailand und Turin gehalten. Arturo Fornaro ist auch an bildender Kunst interessiert und weiss die Spuren alter Meister zu entdecken. So gelang es ihm im Tessiner Privatbesitz zwei Originale von Raffael und Caravaggio aufzufinden. Wer Gelegenheit hatte, Einblick in sein dichterisches Schaffen zu erhalten, der weiss, dass hier einer der wenigen ist, der in unermüdlichem Ringen und in harter Arbeit für seine Dichtkunst lebt und im Sinne der l’art pour l’art bemüht ist, sein Bestes und Höchstes zu erreichen. Der Titel seines 1954 veröffentlichten Gedichtbandes ist „Andante“. Zu Beginn des Jahres 1955 ist ein letztes Buch „Lettere dalla tomba del poeta demente“ erschienen.“