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Karl Gerber, Maler

1912-1974, geboren und gestorben in Zweisimmen

Karl Gerber erzählte: „In dem überaus gastfreundlichen Atelier Jan Schutters in Ronco, hoch über dem Lago Maggiore, durfte ich in den Jahren zwischen 1945 und 1954 das Glück malerischen Arbeitens und künstlerisch-erkenntnistheoretischer Gespräche erfahren. Dieser unvergessliche Freund hatte die seltene Gabe, für alles Lebendig-Gesunde und Wahre offen zu sein. Peter Riesterer schrieb: „Rös Peter, Karl Gerber, Manfred Henninger aus der uralten unteren Mühle, ein Katzensprung von Köbi Flach entfernt, Erwin Schönmann und Jan Schutter bildeten den 'Verbano-Künstler-Kreis'. Alles eigenwillige Köpfe. Eigenwillig auch in ihrer künstlerischen Aussage. Und doch ertrugen sie sich. Es war die Zeit, wo Henninger seine 'Badenden' malte, Schutter die feinfühligen Stilleben und beglückenden Landschaften, Gerber seine Mappen mit Motiven aus Roncos Dorfleben füllte. Die Verbano-Gruppe war kritisch. Scharf aber gerecht im Urteil. Unbestechlich. An sich arbeitend. Drunten, im Borgo von Ascona, bildeten sie nie das Tagesgespräch. Eine ganz andere Welt sorgte für Klatsch und Tratsch. Sie gingen ihrer Arbeit nach. Waren die Stillen vom Lande. Wollten sich nicht vom Lärm unserer Zeit feiern lassen.“ Quelle: Peter P. Riesterer, "Arriverderci Ascona".

Zum Gemälde "Anita": "Einmal kam eine junge Frau ins Atelier, mit wundervollen, alten, farbigen Kleidern angetan, in der Hand trug sie einen Mimosenzweig. Sie setzte ich auf einen Stuhl, über dessen Rückenlehne ein gelbes Tuch hing. Die ganze Gestalt erzählte vom Aroma des wildwuchernden Gartens ihrer Mutter, aus dem sie eben kam. Schnell war man im Banne des farbigen Wunders: warm-weinrote Bluse, blaue Jacke, gedämpft-buntfarbiger Rock, buntes Kopftuch, goldiger Mimosenzweig, das Inkarnat des Gesichts – alles nicht "Gegenstände", sondern eine Farbenmusik, eine Erzählung vom Glück, dass die Menschen den Frühling und die Sonne erleben dürfen. "Aspera" und ihre Tochter haben mit ihrem Garten und auch als "Modelle" den Malern manch schöne Stunde malerischer Bereicherung gegeben." Quelle: Peter P. Riesterer, "Arriverderci Ascona".