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Elisabeth Gerdts-Rupp, Ethnologin und Schriftstellerin

1888-1972, geboren in Ravensburg, gestorben in Mettnau, Bodensee

Tochter eines Richters und Staatsanwalts. Kindheit in Ravensburg und Stuttgart. 1910 Studium der Jurisprudenz in Strassburg „als einzige Frau unter hundert Männern“, in Leipzig und Berlin. 1913 Dissertation in Strassburg. Tätigkeit als Sozialarbeiterin in Berlin, während des Ersten Weltkriegs Rückkehr zur Familie nach Reutlingen. Hermann Hesse publizierte Gedichte der Rupp und druckte den Anfang ihres „Im Zweige“, es erschien 1922, in seinem „Alemannenbuch“ ab. Aufenthalt in Argentinien für ein Jahr, auf der Rückreise verliebte sie sich in den Schiffsoffizier Jan Gerdts und heiratete ihn. Gerdts fuhr weiter zur See, er erschoss sich 1945, nachdem er sich aus humanitären Gründen geweigert hatte, die „Cap Arcona“ mit Tausenden von KZ-Häftlingen an Bord in den sicheren Untergang auslaufen zu lassen. Elisabeth Gerdts-Rupp studiert um 1930 herum Geographie und Völkerkunde, sie doktorierte 1934 zum zweiten Mal. Reisetätigkeit. Den Lebensabend verbrachte sie in der Landschaft ihrer Kindheit, wo sie sich auf der Mettnau, am Rand eines Naturschutzgebiets, ein Haus bauen liess. Hermann Bausinger widmete sich der Vita der Elisabeth Gerdts-Rupp in seinem Buch: „Berühmte und Obskure. Schwäbisch-alemannische Profile“, 2007 erschienen bei Klöpfer und Meyer, Tübingen, ISBN 3-937667-93-8: „ Und es gibt zum Beschluss auch Elisabeth Gerdts-Rupp, die sich Anfang des Jahrhunderts „allein unter hundert Männern“ an der Universität Strassburg durchschlagen muss. Eine zweifach promovierte Wissenschaftlerin, deren schönste Gedichte der Vergessenheit entrissen werden sollten.“ Im April 2009 präsentierte das „Museo Hermann Hesse“ in Montagnola die Ausstellung: „ Frauen am Rande… oder die andere Perspektive – Hermann Hesse und Maria Holzleitner, Elisabeth Rupp und Margherita Osswald-Toppi“.