Giovanni Giacometti, Selbstportrait, 1910
Giovanni Giacometti, Maler und Grafiker

1868-1933, geboren in Stampa, gestorben in Glion

Wenn die Giacomettis mit dem Tessin wenig zu tun hatte, so verdienen sie als im Bergell geborene Südschweizer gleichwohl Erwähnung. Umsomehr, als einer von Giovanni Giacomettis engster Freunde Cuno Amiet war, der sich mit seiner Frau der Erziehung des ältesten Hesse Sohnes Bruno annahm, nachdem sich Hermann von Maria Hesse-Bernoulli getrennt hatte. Giovanni war das vierte von acht Kindern von Alberto und Caterina Giacometti-Santi. Nach dem Besuch der Kantonsschule in Chur lernte Giacometti 1886 an der Münchner Kunstgewerbeschule Cuno Amiet kennen. Das war der Beginn einer lebenslangen Freundschaft. 1888 absolvierte er zusammen mit Amiet die Rekrutenschule in Bellinzona und zog anschliessend mit Amiet nach Paris an die Académie Julian, von wo er allerdings bereits 1891 wegen Geldknappheit wieder ins Bergell zurückkehrte. 1894 begann eine enge Freundschaft mit dem Maler Giovanni Segantini, der zu seinem Mentor wurde. 1898 fand im Künstlerhaus Zürich eine Ausstellung mit seinen und Werken von Cuno Amiet und Ferdinand Hodler statt, erste Verkaufserfolge waren die Folge. Seine Frau Annetta Stampa (1871-1964), „intelligente und selbstbewusste Tochter des Kreisschullehrers Giovanni Stampa aus Borgonovo“ (Quelle: www.sikart.ch) heiratete er 1900, das Paar hatte vier Kinder, Alberto (1901-1966), er sollte es als Künstler zu Weltruhm bringen, Diego (1902-1985), Bildhauer und Designer, Ottilia (1904-1937) und Bruno (1907), Architekt. Bis 1904 lebten die Giacomettis in Borgonovo, anschliessend zogen sie nach Stampa, wo ein Stall zu Giovannis Atelier wurde, die Sommermonate verbrachten sie in Capolago bei Maloja. Giovanni Giacometti verschuf sich mit Zeichnungen, Aquarellen, druckgrafischen Blättern, Buchillustrationen, Gemälden und Wandbildern Rang und Namen. Er war Schulratspräsident von Stampa, Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission und der Eidgenössischen Kommission der Gottfried Keller-Stiftung. Giovanni Giacometti beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen in der Schweiz und Deutschland.