Die Giovannettis
Pericle Luigi Giovannetti, Maler und Illustrator

1916-2001, geboren in Basel

Anja Ott, Tochter der Schriftstellerin Jo Mihaly erinnert sich: „Giovannetti war ein Maler, der sehr zurückgezogen in Ascona wohnte, mit seiner Frau. Er war ein bisschen ein Esoteriker. Beide Giovannettis hatten meine Mutter sehr gerne und luden sie oft ein. Sie wohnten auf der Collina. Manchmal schickte er ihr kleine Zeichnungen als Zwischendurch-Gruss. Berühmt wurde er durch die Zeichnungen über die Erlebnisse eines hinreissenden kleinen Mumeltiers.“
Von Ingeborg Lüscher, Künstlerin in Tegna und Witwe des Ausstellungsmachers Harald Szeemann, haben wir die folgende Episode zu Pericle Giovannetti: "Wie ich ihn kennenlernte, weiss ich nicht mehr. Er offerierte mir, mir gratis Malunterricht zu geben, sofern ihm mein Horoskop zusagen würde. Das tat es dann offenbar und ich ging regelmässig zu ihm. Sein Anliegen war, mich mit den Geheimrezepten der alten Malerei vertraut zu machen. Ich machte das eine Weile mit,  löste mich dann aber aus dem Unterricht, da meine eigene Arbeit in der Kunst zu der Zeit sehr viel dynamischer war. Er war freundlich, distanziert, hatte eine Aura von "Wissen". Auf die Minute genau klopfte seine Frau immer an die Tür, um zu sagen, dass die Stunde um ist. Der Raum war karg  eingerichtet. Es stand nicnts unnötiges herum. In dem Zimmer das Unterrichts befand sich ein Biedermeier-Stuhl, die Sitzfläche bezogen mit einer Seide in intensivsten Gelb. Benutzt wurde er nicht. Es war eher wie eine Skulptur. Kleinigkeiten, aber sie gehören zu ihm." Der Link unten führt zum Interview mit Ingeborg Lüscher aus dem jahr 2009.
In einer Internetauktion wurde kürzlich (2011) ein Giovannetti „Basler Fasnacht“ gehandelt.
„Mit ‚Max’ ist dem Italiener Pericle Luigi Giovannetti eine tierische Comic-Figur gelungen, die sich mit Recht eine Spitzensposition erobert hat und größter Beliebtheit erfreut. „Das Murmeltier, über das die Welt schmunzelt“ - so die Buchwerbung - ist einem kleinen Panda-Bären nicht unähnlich, jedenfalls aber ein Tier mit Charakter und einer unglaublichen Skala von Eigenschaften, Emotionen und Einfällen. Die Mimik dieses dicken und zugleich possierlichen Kobolds ist überwältigend, seine Sprünge und Balance-Akte würden jedem Akrobaten zur Ehre gereichen, und die Resultate seiner kühnen Aktionen sind irrsinnig komisch. Max ist ein Clown im Bärenlook und wie in einer Manege der in helles Lampenlicht getauchte zentrale Punkt. Wie bei einer Aufführung im Zirkus gibt es keinen Hintergrund, keine Staffage, sondern nur wenige Requisiten und Instrumente, ab und zu auch einen Partner, einen ebenso kurzsichtigen wie trunksüchtigen Igel. Joachim Klinger, www.musenblaetter.de.“ Auf dem Buchumschlag von "Giovannetti: Max", einem Buch ohne Worte, 2004 herausgegeben von der "école des loisirs" in Paris, steht geschrieben: "Max es apparu pour la première fois en 1952, dans la revue anglaise satirique Punch, et a immédiatement rencontré un très grand succès. Son auteur, Pericle Luigi Giovannetti, est un peintre italien né à Bâle en 1916, dont très peu de gens conaissent les oeuvres car il ne sohaitait ni les exposer ni les vendre."
Max by Giovannetti