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Friedrich Glauser, Schriftsteller

1896-1936, geboren in Wien, gestorben in Genua

Bei einem Besuch des "Cabaret Voltaire" in Zürich machte er Bekanntschaft mit der Kassiererin: Emmy Hennings. Glauser lebte 1919-1920 mit seiner damaligen Freundin Elisabeth von Ruckteschell in der "Mulino del Brumo" zwischen Arcegno und Ronco s/Ascona. Morphiumsucht, Verhaftung in Bellinzona, Selbstmordversuch, Einlieferung ins Inselspital Bern. "Daten wollen Sie? Also: 1896 geboren in Wien von Österreichischer Mutter und Schweizer Vater. Grossvater väterlicherseits Goldgräber in Kalifornien (sans blague), mütterlicherseits Hofrat (schöne Mischung, wie?). Volksschule, 3 Klassen Gymnasium in Wien. Dann 3 Jahre Landerziehungsheim Glarisegg. Dann 3 Jahre Collège de Genève. Dort kurz vor der Matura hinausgeschmissen... Kantonale Matura in Zürich. 1 Semester Chemie. Dann Dadaismus. Vater wollte mich internieren lassen und unter Vormundschaft stellen. Flucht nach Genf ... 1 Jahr (1919) in Münsingen interniert. Flucht von dort. 1 Jahr Ascona. Verhaftung wegen Morphium. Rücktransport. 3 Monate Burghölzli (Gegenexpertise, weil Genf mich für schizophren erklärt hatte). 1921–23 Fremdenlegion. Dann Paris Plongeur. Belgien Kohlengruben. Später in Charleroi Krankenwärter. Wieder Morphium. Internierung in Belgien. Rücktransport in die Schweiz. 1 Jahr administrativ Witzwil. Nachher 1 Jahr Handlanger in einer Baumschule. Analyse (1 Jahr) ... Als Gärtner nach Basel, dann nach Winterthur. In dieser Zeit den Legionsroman geschrieben (1928/29), 30/31 Jahreskurs Gartenbauschule Oeschberg. Juli 31 Nachanalyse. Jänner 32 bis Juli 32 Paris als ‹freier Schriftsteller› (wie man so schön sagt). Zum Besuch meines Vaters nach Mannheim. Dort wegen falschen Rezepten arretiert. Rücktransport in die Schweiz. Von Juli 32 – Mai 36 interniert. Et puis voilà. Ce n'est pas très beau ..." Friedrich Glauser, aus einem Brief an Josef Halperin, der seinen Legionsroman „Gourrama“ zur Publikation brachte. Glauser war der Vater des „Wachtmeister Studer“, einer seinerzeit populären Serie von Kriminalromanen und -filmen. Rudolf Humm über Glauser: "Mit Friedrich Glauser betrete ich wieder pathologisches Gebiet, und ich hebe es gern hervor, denn an ihm wird klar, dass Pathologie nicht unbedingt mit Albernheit verbunden zu sein braucht. Friedrich Glauser, der zwei Jahre in der Fremdenlegion diente, worüber er auch ein Buch geschrieben hat, war mit seinen pädagogischen Kriminalromanen ein Vorläufer des grösseren Kriminalromantikers Friedrich Dürrenmatt, mit dem er einige Züge gemeinsam hat, nur dass er, weniger handfest als dieser, eine Begabung für die Bühne weder hatte noch vermisste." In seinem Buch „Dada, Ascona und andere Erinnerungen“ erzählt Glauser unter anderen über den Grafen von der Schulenburg, Heinrich Goesch, Bruno Goetz, Otto Gross, Ernst Frick, Marianne von Werefkin und Mary Wigman. Das im Jahr 2008 erschienene Buch: "Friedrich Glauser, Man kann sehr schön mit Dir schweigen, Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde, 1919-1932" erlaubt eine sehr unmittelbare Sicht auf diese Menschen im Ascona der Vergangenheit. Glausers Gesamtwerk erschien im Arche-Verlag von Peter Schifferli. Die Schweizerischen Bundesbahnen, SBB, haben im Jahr 2002 die ICN-Zugskomposition 500 019-5 auf den Namen "Friedrich Glauser" getauft.