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Bruno Goetz, Schriftsteller und Dichter

1885-1954, geboren in Riga

Seiner Depressionen wegen reiste der 20jährige nach Wien zu Sigmund Freud, der ihm von einer Psychoanalyse abriet. Goetz reiste nach Ascona weiter. Am 21. Juli 1909 vermeldete die "Südschweiz", dass „ein gewisser Bruno Goetz zusammen mit einem Carlo Holzer Ascona verlassen hatte, ohne seine Schulden bezahlt zu haben. Dieser Holzer gehörte zur Münchner Bohème um Erich Mühsam, Johannes Nohl und Otto Gross“. Friedrich Glauser schrieb in seinem „Dada, Ascona und andere Erinnerungen“: "Bruno Goetz übernahm es, mir Ascona vorzustellen: Dort hinten, nahe beim Castello wohnen die Analytiker. Ihr Anführer nennt sich Nohl, und er hat einige Freunde und ihre Frauen um sich versammelt. Jeden Morgen, zwischen Kaffee und Butterbrot, werden die Träume der Nacht auf Komplexe untersucht, Hemmungen festgestellt und die Richtung der Libido kontrolliert. Die Leutchen führen ein stilles Leben, man grüsst sich von ferne und lässt sich in Frieden. Ganz ungefährlich scheint die Beschäftigung mit dem Unbewussten nicht zu sein, voriges Jahr haben zwei Mädchen Selbstmord begangen“. 1918 erschien der Roman "Reich ohne Raum"  von Bruno Goetz, eine Retrospektive aus seine Zeit auf dem Monte Verità. 1927 erschien sein "Das göttliche Gesicht", in dessen Zentrum die Marianne von Werefkin steht. Goetz lebte, wie sein früherer Asconeser Bekannter, der Maler Adolf Stocksmayer auch, in Überlingen am Bodensee. Er war mit Elisabeth von Ruckteschell verheiratet, die kurz vor der Heirat einige Monate mit Friedrich Glauser in der "Mulino del Brumo" zwischen Ronco und Ascona zusammenlebte, bis Glauser wieder seiner Morphiumsucht verfiel. Goetz starb kurz nach dem ersten Erscheinen von Tolstois "Anna Karenina", die er ins Deutsche übersetzt hatte.