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Gustro Gräser in München, 1945
Gusto Gräser, Dichter und Naturprophet

1879-1958, geboren in Kronstadt, Rumänien, gestorben in München

Eigentlich Gustav Arthur Gräser. Nach Abbruch des Gymnasiums Lehre als Goldschmid und Kunstschlosser. Er war 1900 Mitbegründer der "vegetabilischen Cooperative" auf dem Monte Verità, zusammen mit seinem Bruder Karl, Henry Oedenkoven, dessen Lebenspartnerin Ida Hofmann, deren Schwester Jenny und Lotte Hattemer. Auf Einladung von Adolf Grohmann, dem Verfasser des ersten bekannten, 1904 erschienen Berichts über die "Vegetarier-Ansiedlung in Ascona", hielt Gräser im Jahr 1900 zusammen mit seinem Bruder Vorträge in Zürich. Zusammen mit seinem Bruder strebte er auf dem Monte Verità eine "Liebeskommune" an, einen Hort für Aussteiger. Oedenkoven und Hofmann dagegen setzten ihr Konzept einer kommerziell geführten Heilanstalt durch. Als Folge dieser Auseinandersetzung musste Gusto 1901 die "vegetabilische Cooperative" verlassen. Er wohnte daraufhin als "Naturmensch" in einer Höhle bei Arcegno. Dort habe ihn wahrscheinlich auch Hermann Hesse besucht. Gusto Gräser wird oft als Hesses Inspiration für den "Demian" und für Tito, den "naturfrommen Menschen" im "Glasperlenspiel" dargestellt. 1907 gemeinsame Wanderung mit Hermann Hesse über die Alpen. Gräser stand in Kontakt mit dem Künstlerehepaar Clara Grosch und Jakob Wagner. Ab 1911 zog Gräser mit seiner Familie als Dichter, Maler und Prophet in einem Fuhrwerk durch Europa. 1915 Ausweisung aus Deutschland wegen Kriegsdienstverweigerung, Übersiedlung auf den Monte Verità bis zu seiner Ausweisung aus der Schweiz 1918. Er fand in den 1920er Jahren Anerkennung und Unterstützung durch die Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann und Thomas Mann. Einer seiner Anhänger war der Schriftsteller Theodor Plivier. Gusto Gräser wurde oft als "Leitfigur für ökologisches Bewusstsein" oder als "Gandhi des Westens" bezeichnet. Sein Leben war eine einzige Abfolge von Ausweisungen, Verhaftungen und Schreibverboten. Er lebte 1935-1940 auf einem Hausboot bei Berlin, nach 1945 in Freimann bei München, wo er starb. www.gusto-graeser.de