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Oskar Maria Graf, Schriftsteller

1894-1967, geboren in Berg am Starnberger See, Deutschland, gestorben in New York, USA

Sohn eines Bäckermeisters und einer Bauerntochter. Absolvierte eine Bäckerlehre. Er lief von Zuhause fort und betätigte sich wanderend in verschiedenen Berufen. Nach dem Ersten Weltkrieg zog er nach München (Bohème-Szene, Davringhausen, George, van Hoboken, Mühsam, Wolfskehl). Er  arbeitete von 1912 bis 1913 zusammen mit seinem lebenslangen Freund, dem Maler Georg Schrimpf, als "Vagabund" bei Karl Gräser in der Reformersiedlung "Anarchistenkolonie" auf dem Monte Verità. In seiner Biografie "Wir sind Gefangene" schrieb er darüber: "Es waren alle möglichen Menschensorten da, Revolutionäre, Vegetarier und Maler aus allen Himmelsrichtungen, Freiluftkulturanhänger und endlich Literaten und Naturmenschen mit langen Haaren und nur einem Hemd aus grobem Sackleinen bekleidet. Die Vollblutpflanzenfresser hatten auf dem Monte Verità ein grosse Siedlung, genannt "Die Heidelbeere". Dort wurde Nacktkultur verkündet, neues Menschentum und freie Liebe betrieben. An allen Bäumen klebten kleine Propagandazettel in Versform, die zum Eintritt aufforderten, aber wehe, wer nach Seife roch, solche mitbrachte oder gar brauchte...". Graf war politisch aktiv (Münchner Räterrepublik). Tätigkeit als Dramaturg und freischaffender Schriftsteller. 1933 Exil in Wien. 1934 Ausbürgerung durch das Naziregime. 1938 Flucht in die USA. In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung von 22. Juli 2008 berichtet Lisa Hoffman, die 1954-1955 eine Affäre mit Graf hatte, über das Kennenlernen: „Freunde haben mich zu dem Stammtisch in der Upper East Side mitgenommen, an dem Oskar maria Graf mehr oder minder Hof hielt. Den gibt es heute noch, und er nennt sich passend „Oskar Maria Graf Stammtisch“. Das waren jeden Donnerstag so rund zehn Personen, meist deutsche Emigranten. Oskar wurde das Bier in seinem eigenen Krug serviert. Und wenn er leer war - und das war im Laufe des Abends oft der Fall -, konnte er am Boden in einem Durchscheinbild König Ludwig II. sehen. Und wenn er auch fast kein Englisch sprach, wusster er doch zum Ober zu sagen: „Bring me noch a little beer“. Die waren sehr intellektuell. Und Oskar war die Hauptperson. Manchmal hat er ein Gedicht rezitiert, er war ein guter Erzähler und hat von Leuten berichtet, mit denen er korrespondierte, wie etwa Thomas Mann“. 1957 erwarb Graf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Einer seiner Weggefährten war Gustav Regler. Ein Jahr nach seinem Tod in New York wurden seine sterblichen Überreste auf dem alten Bogenhausener Friedhof in München beigesetzt. www.oskarmariagraf.de.