Adolf Arthur Grohmann, Ingenieur, Therapeut und Schriftsteller

1856-1908, geboren in Wien, gestorben in Zürich

Grohmann war ursprünglich Feldmesser. Er studierte in Wien und Zürich Ingenieurwissenschaften. Lebte von 1877-1879 und 1882-1888 in Mexiko. Dort heiratete er Matilde Hasse, sie hatten vier Kinder. Nach 1888 wohnhaft in Wollishofen, Zollikon und schliesslich in Zürich. Einbürgerung 1898. Nach eigenen "nervösen Störungen" eröffnete er eine Gärtnerei mit Pension als Beschäftigungsanstalt für Nervenkranke. Seine Ideen wurden von August Forel, Direktor der Klinik Burghölzli, gefördert, die Zürcher Ärzte überwiesen ihm Patienten. Seine Institution war nicht unumstritten, sie wurde nach seiner Erkrankung geschlossen. 1900 lernte Grohmann Gusto Gräser kennen und veranstaltete mit ihm und dessen Bruder Karl Vorträge in Zürich. Im selben Jahr besuchte er zum ersten Mal den Monte Verità. Auch in den Jahren 1902 und 1903 hielt er sich dort auf und verfasste mit dem 1904 erschienenen kleinen Buch "Die Vegetarier-Ansiedlung in Ascona und die sogenannten Naturmenschen im Tessin" die erste Quelle der Frühgeschichte der Kooperative. Grohmann gilt als eigentlicher Begründer der Arbeitstherapie in der Psychiatrie. Auf der dritten Seite seines Buches steht zu lesen: "Der Gründer des Monte Verità ist ein Belgier, der jetzt wohl schon 150'000 Franken ausgegeben haben mag für Landankäufe und für allerlei neuartige Bauten und Einrichtungen. Die Besitzer und Leiter sind: Henri (dort werden nur die Taufnamen genannt), seine Frau Ida, eine Deutsche, früher Musiklehrerin in Montenegro, und neuerdings auch ein gewisser Robert. Als Beitrag zum vorliegenden Aufsatz  schreibt mir Ida (eigentlich ida hofman-oedenkoven): in henri's kopf entsprang als resultat erfarungsreicher leidensjare der krankheit u. moralischer unbefridigtheit im kreise seiner umgebung, dan als resultat imer steigender gesundheit u. lebensfreude, der wunsch, ein unternhmenn in's leben zu rufen, das unter den besteenden erwerbsgatungen eine der rechtlichsten, idealsten darstle u. zugleich mer gesundheit, schafensfreude u. mer libe unter di menschen brächte. seine filfachen erfarungen in den naturheilanstalten kuhne, just, rikli, etc. liferten die sichere grundlage zu einer, auf regenerazion in körperlicher u. sitlicher hinsicht zilenden einrichtung, wo das eine gesundet, muss das andere gesunden - körper u. geist sind eins."