Erika Guetermann, Schriftstellerin

1895-1988, geboren in Hamburg, gestorben in Ascona

Aus dem  Ferien-Journal Nr. 210/4, von Juli 1980: „Geburtstag! Am 2. Juli 1980 konnte die Schriftstellerin Erika Guetermann ihren 75. Geburtstag feiern. Erika Guetermann ist gebürtige Hamburgerin amerikanischer Nationalität. Von 1920 – 1933 Mitarbeiterin an bedeutenden Hamburger Zeitungen in den Ressorts Film, Theater, Kunst, Landschaftsreportage. 1938 Emigration in die USA, wo sie in New York lebte. Von 1948 – 1950 wieder redaktionelle Tätigkeit in Hamburg. Danach ansässig in Ascona. Übersetzungen amerikanischer Lyriker. Lawrence Ferlimghetti: Ein Coney Island des Inneren Karussels (1962); Denise Levertov: Mit Augen an unserem Hinterkopf (1961). Dann eigene Lyrik-Veröffentlichungen in Anthologien (Stimmen zur Schweiz, Documenta Poetica usw.) und Zeitungen (Die Tag, der Bund, die Südschweiz). Erster eigener Lyrikband: Maschine und Magnolia (1966). 1979 erschien ihr Gedichtband von Alpha bis Romeo, aus dem wir hier ein Gedicht abdruckten. Wir wünschen Erika Guetermann zu ihrem 85. Geburtstag alles Gute und gratulieren ihr herzlich!

„Auf der Ufertreppe“
Das Schlagen des
Wassers
an die Steine
des Ufers
Die Botschaft, die
nie zuende
gesagte
Immer wieder sich
brechend
an den granitenen
Stufen
Die hinuntersteigen
in den tanzenden
See“

Hier eine Kritik von Erika Guetermann zum Film "Rivalen" im "Hamburger Echo" aus dem Jahr 1928: "Diesen etwas antiken Film würde man viel amüsanter finden, wenn nicht alles mit so tragischem Ernst verstanden werden sollte. Es geschehen schanderöse Dinge. Harry Piel ersinnt scharfe Instrumente, mit dem seine "Widersacher" ihm zu Leibe gehen, um die das Mittelalter ihn beneidet hätte. Aber Harry ist stärker als der Tod, und zum Schluß sehen wir ihn Hand in Hand mit einem blonden und reichlich gelockten Mädchen. Oh Harry! Harry Piel!"