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Margarethe Hardegger, Frauenrechtlerin, Gewerkschafterin

1882-1963, geboren in Bern, gestorben in Minusio

Lehre als Telefonistin in Bern, anschliessend Matura. Sie war Frauenrechtlerin, Gewerkschafterin und eine der wichtigsten Protagonistinnen der Arbeiterinnenbewegung um 1900. Heirat mit August Faas, sie hatten zwei Töchter. Hardegger war die erste Arbeiterinnensekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, SGB, von 1905-1909. Ihr wurde gekündigt, weil sie Antimilitaristin war. Hardegger thematisierte das Frauenstimmrecht, die Mutterschaftsversicherung und die bezahlte Hausarbeit. 1905 war sie erstmals auf dem Monte Verità. Bekanntschaften unter anderem mit Luigi Bertoni, Ernst Frick. 1908 war sie Mitbegründerin des "Sozialistischen Bundes" zusammen mit Erich Mühsam und Martin Buber, 1913 wurde sie wegen einer falschen Zeugenaussage rausgeworfen . 1908 ging sie eine Beziehung mit Gustav Landauer, sie zog mit ihrer ältesten Tochter nach Berlin, in Landauers Nähe.  Gleichzeitig Liebesbeziehung mit Erich Mühsam. 1910 trat Hardegger im „Geheimbund-Prozess“ gegen Erich Mühsam zusammen mit Gustav Landauer, Thomas Mann und Franz Wedeking als Entlastungszeuge auf. 1911 überwarf sich Landauer mit der Hardegger, Streitpunkte waren die freie Liebe und die Psychoanalyse. 1915 wurde sie wegen "Beihilfe zur Abtreibung" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. 1919 gründete sie in Herrliberg eine Kommune und 1920 die Phalanstère "Villino Graziella" in Minusio: gemeinsam leben, lieben, arbeiten und konsumieren. Die Projekte scheiterten nach kurzer Zeit. Hardegger verkehrte in der Künstlerkolonie um Fritz Jordi in Fontana Martina bei Ronco s/Ascona. Obwohl sie ein Leben lang gegen die Institution der Ehe wetterte, heiratete sie 1950 ein zweites Mal: Hans Brunner, einen deutschen Schreiner, der ihr 35 Jahre lang eine treue Stütze gewesen war. Sie lebten in Minusio und führten ein karges Leben am Rand des Existenzminimums. www.margarethe-hardegger.ch.