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Franz Hartmann, Arzt, Schriftsteller und Theosoph

1838-1912, geboren in Donauwörth, gestorben in Kempten, Allgäu

Sohn des königlich bayerischen Gerichtsarztes Karl und dessen Frau Elise von Stack. Jugend in Kempten. Studium der Pharmazeutik in München. Freiwilliger Dienst in der bayerischen Armee. 1865 Tätigkeit als Schiffsarzt. Liess sich in St. Louis, USA, nieder wo sein Studium fortsetzte und als Augenarzt praktizierte und die Amerikanische Staatsbürgerschaft erwarb. Reisetätigkeit, Studium der indianischen Kultur, Tätigeit als Arzt. Beitritt zur Freimaurerloge und zur Theosophischen Gesellschaft. Reise über Japan und China nach Indien. 1883 Übertritt zum Buddhismus. Musste infolge einer Affäre innerhalb der Theosophischen Gesellschaft Indien 1885 wieder verlassen und kehrte nach Kempten zurück. 1896 Mitbegründer und erster Präsident der "Theosophischen Gesellschaft in Europa (Deutschland)". Bekanntschaft mit Sigmund Freud und Rudolf Steiner. 1889 wollte er zusammen mit Alfredo Pioda, Nationalrat, und Gräfin Constance Wachtmeister auf dem Monte Monescia, heute Monte Verità, ein theosophisches Laienkloster erbauen. Zu diesem Zweck wurde die Aktiengesellschaft "Fraternitas" gegründet. Das Projekt kam nicht zustande. Hartmann lebte mehrere Jahre in Ascona und Locarno. Er gilt als einer der Wegbereiter der Theoposophie im deutschsprachigen Raum. "Seine Absicht war, die Menschen zum selbstständigen Denken zu erziehen. Darum war es ihm zuwider, wenn ihn jemand als Autorität betrachtete oder irgend welchen Lehren blind Glauben schenkte. Der Dogmatismus und Autoritätswahn waren ihm die grossen Feinde der Menschheit."