Doris Hasenfratz, Journalistin und Schriftstellerin

1896-1974, geboren in Berlin, gestorben in Appenzell

Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 166/8, von Oktober 1974, „Zum Gedenken an Doris Hasenfratz“ von Carlo Weder (Auszug): „1896 in Berlin geboren und dort aufgewachsen, emigrierte sie 1934 in die Schweiz; ihre Schwester wurde in einem nazistischen Vernichtungslager umgebracht. Nach einem kurzen Aufenthalt in Zürich kam sie nach Ascona und heiratete 1940 den Kunstmaler Walter Hasenfratz. Sie wandte sich verhältnismässig spät dem Journalismus zu, damals in den Dreissiger Jahren kein Mangelberuf. Zäher Fleiss und unermüdliche Beharrlichkeit liessen sie trotzdem in die Redaktionen eindringen. Sie wurde Mitarbeiterin bekannter Zeitungen in der Schweiz und in Deutschland, betreute Frauenseiten, schrieb kulturelle Beiträge und Reiseberichte. Erwähnt sei ihre langjährige Arbeit für die „Basler Nachrichten“ und den „Bund“, sowie der „Südschweiz“. – Am kulturellen Leben Asconas nahm Doris Hasenfratz regen Anteil; sie hatte das Dorf noch in seiner künstlerisch grossen Zeit erlebt. Die Bibliothek von Ascona ist ohne sie kaum denkbar. Unendlich viel Zeit, Arbeit und persönlichen Einsatz steckte sie in dieses Bildungsinstitut und versuchte es auf eine finanziell breitere Basis zu stellen. In der Bibliothek führte sie auch zahlreiche anspruchsvolle Vorträge durch. – Doris Hasenfratz ist von der Asconeser Dorfgeschichte der letzten vier Jahrzehnte nicht zu trennen. Mit einer ausgesprochenen Zivilcourage begabt, setzte sie sich mutig gegen alles ein, was sie als unrecht erkannte. Eine oft  unbequeme Mahnerin, die vor Prominenz und Dorfgrössen keinen sonderlichen Respekt zeigte.“ Doris Hasenfratz schrieb viele Jahre für das „Ferien-Journal“.