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Hasenfratz, Strand, 1950
Walter Hasenfratz, Maler, Grafiker und Zeichner

1904-1983, geboren in Köln, gestorben in Ascona

Hasenfratz war Meisterschüler an den „Kölner Werkschulen“ bei Richard Seewald. 1930-1932 als Illustrator von „Le Monde“ in Paris tätig. Er lebte und arbeitete in Ascona, wo er Anschluss an die Künstlergruppe „Der Grosse Bär“ fand. Hasenfratz heiratete 1940 in Ascona seine Frau Doris.

"Ferien-Journal" Nr. 12, vom 6. August 1955, Asconeser-Künstler, Walter Hasenfratz
Walter Hasenfratz ist auch ein Zufalls-Asconeser. In seinen ersten Studienjahren entdeckte er Ascona. Damals, 1927, 1928, hauste er in einer Ruine auf einem wild bewachsenen Berg, der Eigentum des französischen Schriftstellers André Germain war und der heute durch schöne Villen bebaut worden ist. Das Dach war damals nicht mehr dicht. Wer ihn bei Regenwetter in seiner Klause besuchte, konnte den Maler mit aufgespanntem, rotem Tessiner Regenschirm im Bett liegend finden.
In Paris und Spanien verbrachte er seine wesentlichen Studienjahre. 1934 kehrte er nach Ascona zurück. Auf dem Fahrrad sitzend, riesige Leinwände wie Ritterschilde vor sich tragend, in rasender Fahrt und von einer Staubwolke umhüllt, konnte man ihm damals auf den Strassen nach Brissago und Intragna begegnen.
Immer wieder trieb es Hasenfratz gen Süden. Das südliche Italien, Griechenland und Spanien mit den weissen Häusern, dem heissen Sonnenlicht, Marokko mit seinen malerisch gekleideten Menschen, Hafen mit bunten Häusern und Fischerbooten – das ist seine Welt. Leuchtend sind die Farben seiner Ölgemälde, spielerisch und duftig zart sind seine Aquarelle, die den Impuls des Augenblicks wiedergeben.
In der deutschen Schweiz ist Walter Hasenfratz kein Unbekannter. Wiederholt Kollektivausstellungen in Zürich, Luzern und Basel legten von seiner künstlerischen Entwicklung Zeugnis ab. Deutsche Museen besitzen Arbeiten von ihm.
Walter Hasenfratz gehört mit zu den Gesichtern von Ascona. Jeder weiss, dass er auf Reisen ist, wenn sein grauer, leicht gewellter Schopf zur gewohnten Mittagszeit nicht im „Schweizer Stübli“ hinter Zeitungen sichtbar wird oder er nicht zur Abendstunde unter dem Kreis der Verbano-Besucher zu finden ist.