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Brigitte Helm, Filmschauspielerin

1908-1996, geboren in Berlin, gestorben in Ascona

Eigentlich Gisela Else Schittenhelm. Sie besuchte die Schule am Johannaheim, einem Waisenheim für Mädchen. Bereits dort betätigte sie sich schauspielerisch. 1925 schloss sie mit der Universum Film AG, UFA, einen 10-Jahresvertrag ab. Den Durchbruch schaffte sie 1927 mit einer Doppelrolle im Stummfilm Metropolis. Anschliessend sie spielte in verschiedenen Rollen zwielichtige Frauengestalten, vor allem die Femme fatale, den Vamp. Sie heiratete in zweiter Ehe den Industriellen Hugo Kunheim, mit dem sie in die Schweiz zog und vier Kinder hatte. Ins Filmgeschäft kehrte sie nicht mehr zurück. 
DIE WELT berichtete am 18. März 2008 unter dem Titel Brigitte Helm, Vamp und Maschinenmensch: „Brigitte Helms Karriere begann wie ein Illustrierten-Roman. Die Mutter schickte dem Regisseur Fritz Lang 1924 ein Bild ihrer Tochter, der berühmte Regisseur machte mit ihr eine Probeaufnahme, und die gänzlich Unbekannte bekam die weibliche Hauptrolle in dem teuersten Film der deutschen Filmgeschichte. "Metropolis" ruinierte beinahe die Ufa und machte Brigitte Helm über Nacht berühmt. Die Ufa gab ihr einen Vertrag; genau zehn Jahre und 29 Filme lang spielte sie im deutschen, französischen und englischen Film. Genau so plötzlich wie sie im Kino aufgetaucht war, verschwand sie wieder. 1935 zog sie sich vom Film zurück, spielte nicht auf der Bühne, trat nie im Fernsehen auf, lehnte alle Einladungen ab und gab nicht ein einziges Interview. [...] Wer, um alles in der Welt, war Brigitte Helm, und was war passiert? Brigitte Helm (ihr richtiger Name war Schittenhelm) wurde in Berlin geboren. Schauspielerfahrungen sammelte sie bei Theateraufführungen ihrer Schule, aber an eine Schauspiel-Ausbildung dachte sie nicht. Nach dem Abitur wollte sie Astronomin werden, war offensichtlich neugierig auf alles Moderne. Und dann spielte sie 1925, 17jährig, die Doppelrolle in Metropolis. Ihre Mimik und Gestik sind noch ganz vom Expressionismus geprägt; sie reisst als Jungfrau Maria die Augen auf, ringt die Hände vor der Brust und spitzt den Mund zum keuschen Kuss. Als Maschinen-Maria aber ist sie nur noch sexueller Körper und Objekt der Begierde, die personifizierte Sünde, Hexe der Lust und erotisches Wahnbild der Nacht.“ Brigitte Helm wurde auf dem Friedhof von Ascona in einem Familiengrab bestattet.