Bruno Hesse
Bruno Hesse, Maler

1905-1999, geboren in Gaienhofen am Bodensee, gestorben in Herzogenbuchsee

Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse und der Fotografin Mia Hesse-Bernoulli. 1912 zog die Familie Hesse vom Bodensee nach Bern, dort Grundschule und Progymnasium. 1919 Trennung der Eltern, Einlieferung der Mutter in eine Nervenklinik. Die Familie Hesse wurde zerrissen: Heiner blieb bei der Mutter, Bruno wurde, als 15jähriger, von seinem Vater bei der Malerfamilie Amiet in Pflege gegeben und Martin kam als Pflegekind zur Familie Ringier in Kirchdorf. Neben Bruno hatten die Amiets drei Pflegtöchter. Er schloss seine Schulausbildung in Oschwand ab und nahm Unterricht bei seinem Pflegevater, dem Meister Cuno Amiet. Fortsetzung der Ausbildung in Genf und Paris. Rekrutenschule und Aktivdienst im Zweiten Weltkrieg in Tessiner Einheiten – Bruno Hesse sprach fliessend italienisch. Reisetätigkeit, Mitarbeit beim Ausbau des Hauses seiner Mutter, der "Casa Cedro" auf der Collina bei Ascona, zusammen mit seinen Brüdern. Die "Casa Cedro", ein Holzchalet in der Nachbarschaft von Lilly Volkarts Kinderheim, wurde von Mia Hesse-Bernoulli als Pension geführt - das Haus brannte um 1942 ab, Mia nahm Domizil in Bern, wo sie 1963 verstarb, und die Parzelle wurde zum Preis von CHF 1.50 pro Quadratmeter weiterverkauft. Erste Ausstellung von Bruno Hesse in Zürich. 1936 Heirat mit Kläri Friedli aus Spych. 1938 Geburt der Tochter Christine, 1941 kam der Sohn Simon zur Welt. In den 1940er und 1950er Jahren mehrwöchige Malaufenthalte in der Bretagne, der Toscana, in Holland und in den Alpen. Aufenthalte in Montagnola beim Vater, für den er während Ninon Hesses Abwesenheiten, die Post erledigte und ihm vorlas. Nach dem Tod seiner Frau heiratete Bruno Hesse 1974 Rosa Berger-Bühlmann. Rege Reisetätigkeit mit der Familie, immer öfter wurden die Ferien im Tessin verbracht, in der Nähe von Bruder Heiner. Nach Schwächeanfällen starb Bruno Hesse in seinem Haus in Spych. Im Jahr 2000 wurde ein Teil seines Werks im „Museo Hermann Hesse“ in Montagnola ausgestellt.
Aus der Zeit der Trennung der Eltern ist folgende Geschichte von Bruno Hesse überliefert (Fritz Widmer): „Es waren ein paar düstere Monate für Heiner und mich. Später kam Mutter, durch eine Freundin alarmiert, selber. Auf einem Spaziergang, als der Erzieher Ambühl nicht dabei war, sagte sie uns, sie wolle uns mitnehmen nach Ascona. Abends organisierte sie unsere Flucht. Ambühl war ausgegangen, hatte uns eingeschlossen und den Knaben Wolfgang beauftragt, uns zu bewachen. Wir packten unsern Koffer, liessen ihn übers Strohdach hinunter gleiten und rutschten selbst nach, von Wolfgang unbemerkt …“