hemingway
hesse
Hermann Hesse, Dichter, Schriftsteller und Maler

1877-1962, geboren in Calw, gestorben in Montagnola

Hesse ist im badenwürttembergischen Calw im Schwarzwald als Sohn einer christlichen Missionarsfamilie geboren. Nach einer konfliktbeladenen Jugend (Selbstmordversuch), widersetzte er sich dem elterlichen Wunsch, Theologie zu studieren und absolvierte eine Buchhändlerlehre. 1898 erschien sein erstes Werk, der Gedichtband "Romantische Lieder". 1899-1902 Buchhändler und Antiquar in Basel. Seit 1904 freier Schriftsteller. Über Basel, das Bodenseegebiet und Bern gelangte er 1919 ins Tessin, wo er sich in der "Casa Camuzzi" in Montagnola niederliess, obwohl er sagte, er habe, ausser für seine Vaterstadt im Schwarzwald, sein Leben lang eigentlich nur für die Gegend um Ascona, Losone, Arcegno und Ronco "wirkliche Heimatgefühle" gehabt. Oft hat Hermann Hesse auch die Collina d'Oro als einzige Heimat bezeichnet. Zum ersten Mal hielt er sich 1907 während einer Alkoholentziehungskur im Tessin, auf dem Monte Verità, auf und verbrachte auch in den folgenden Jahren bis zu seiner Wohnsitznahe immer wieder Zeit im Locarnese. Kontakte, die er zu Gusto Gräser in dessen Höhle in Arcegno gepflegt haben soll, sind wahrscheinlich jedoch nicht nachgewiesen, eben so wenig die Tatsache, dass Gräser ihn zum "Demian" oder der Darstellung von Tito, dem "naturfrommen Menschen" im "Glasperlenspiel", inspiriert haben soll. Zwischen 1916 und 1918 hielt er sich während insgesamt 12 Wochen im Sommerhaus der Hildegard Jung-Neugeboren in den Monti von Locarno auf, wo auch andere bekannte Personen ein- und ausgingen: Klabund, Emmy und Hugo Ball oder Franziska zu Reventlow. Hesse unterzog sich mehreren psychoanalytischen Behandlungen, unter anderem auch bei Johannes Nohl. Jakob Flach schrieb über diese Zeit: „Ich hauste damals mit Hesse zusammen in einem romantikumwitterten, efeuumwachsenen Häuschen am Berg. Wir arbeiteten im Garten, wir zeichneten auf Spaziergängen, wir spielten Geige, wir redeten und schwiegen.“ 1923 erwarb Hesse die Schweizer Staatsbürgerschaft. Hesse war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller überhaupt, seine Werke verkauften sich weltweit über 100 Millionen mal. Er war auch Maler und hinterliess eine grosse Sammlung von Aquarellen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Sant' Abbondio in Gentilino. Hesse war drei Mal verheiratet: mit Mia Bernoulli von 1904-1923, Söhne Bruno, 1905, Heiner, 1909, sein Nachlassverwalter (Ehemann von Isa Hesse-Rabinovitch, er lebte in der "Mulino del Brumo" bei Ascona) und Martin, 1911; mit Ruth Wenger von 1924-1927; und mit Ninon Ausländer von 1931 bis zu seinem Tod. Für sein Spätwerk "Das Glasperlenspiel" erhielt er 1946 den Literaturnobelpreis. Wenige Tage vor seinem Tod wurde ihm die Ehrenbürgerschaft von Montagnola verliehen. Hesse unterhielt zahllose Kontakte zu Kunst- und Kulturschaffenden in der Südschweiz oder auf der Durchreise, die Namensliste ist eindrücklich: Volkmar Andreae, Emmy Ball-Hennings, Hugo Ball, Gunter Böhmer, Bertolt Brecht, Max Bucherer, Hermann Burger, Angelo Conti Rossini, Albert Ehrenstein, Arnold EhretJakob Flach, Kurt Held, Karl Hofer, Maria Holzleitner, Erich Kästner, Klabund, Thomas Mann, Louis Moilliet, Johannes Nohl, Meret Oppenheim, Margherita Osswald-Toppi, Hans Purrmann, Rainer Maria Rilke, Wladimir Rosenbaum, Elisabeth Rupp, Friedrich Schnack, Lisa Tetzner, Peter Weiss, Lisa WengerFerdinand von Wrangell. Sein Schaffen wird im "Museo Hermann Hesse" in Montagnola präsentiert. www.hessemontagnola.ch, www.hermannhesse.de

Hermann Hesse liest sein Gedicht "Skizzenblatt" von 1958. Mit freundlicher Zustimmiung von Herrn Silver Hesse und  dem Suhrkamp Verlag, www.suhrkamp.de.
You neet the ADOBE© Flash Player to see this content.