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Fritz Hochwälder, Schriftsteller

1911-1986, geboren in Wien, gestorben in Zürich

Hochwälder übernahm 1937 das väterliche Tapezierergeschäft in Wien. Im August 1938 floh er illegal in die Schweiz, er schwamm über den Rhein, und erhielt bis 1945 keine Arbeitsbewilligung. Das einzige, das ihm die Fremdenpolizei zubilligte, war eine "Toleranzbewilligung zur Vorbereitung der Ausreise", die jedoch nicht stattfand. Das Zeit von Februar 1941 bis Oktober 1942 verbrachte Hochwälder in einem Arbeitslager in Gordola. Hier entstand sein Stück: "Das Heilige Experiment", das, vom Zürcher Schauspielhaus abgelehnt, 1943 vom Städtebundtheater Biel/Solothurn uraufgeführt wurde. "Wir bemühten uns dort vergeblich, die Magadino-Ebene fruchtbar zu machen. Gegen Jahresende wurde ich zwecks schriftstellerischer Betätigung dispensiert." Freunde stellten ihm eine kleine Holzhütte in Ascona zur Verfügung: "Dort sass ich mutterseelenallein, ernährte mich hauptsächlich von Suppenwürfeln, sah in den blauen Himmel des Südens und schrieb in zwei Monaten "Das heilige Experiment", jenes Stück, von dessen Erträgnissen ich noch heute zehre." Dieses Theaterstück wurde nach dem Krieg ein Welterfolg und machte Hochwälder schlagartig berühmt. Hochwälders Eltern wurden 1942 von den Nazis aus Wien deportiert und ermordet. Hochwälder wurde zu einem der meistgespielten österreichischen Bühnenautoren. Die meisten seiner Werke wurden am Wiener Burgtheater aufgeführt. Seit seiner Flucht 1938 lebte er in Zürich, wo er auch starb. Die NZZ, Ausgabe vom 25. Mai 2011, machte unter "Zürcher Kultur" auf die Ausstellung zu Fritz Hochwälder im Stadtarchiv Zürich aufmerksam: "In der Ausstellung ist auch ein halbstündiges Gespräch zu hören, das Linsmayer wenige Monate vor Hochwälders Tod geführt hatte. Von den Jahren als Flüchtling in der Schweiz erzählt Hochwälder ohne Bitterkeit, aber mit Humor. So gesund wie im Arbeitslager sei er nie gewesen, fotzelt er. Und dass ihm die Ausreise in die USA oder ein anderes Land nicht gelang, wie man es von ihm verlangt hatte, kommentiert er nun im breitesten Wienerisch: "Man weiss nicht, wie viel Glück man hat, wenn man Pech hat." Denn wie hätte er seine erfolgreichen Stücke schreiben sollen, wenn er in die USA emigriert wäre. Grosse Hochachtung habe er im Übrigen für die Zürcher und Zürich, wo er 48 Jahr gelebt habe, jedoch nie ganz heimisch geworden sei. Dann fügt er im Schalk hinzu: "Die Zürcher haben es standhaft unterlassen, sich an mich zu assimilieren."