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Kurt Hoffmann, Locarno, 1998
Kurt Hoffmann, Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor

1910-2001, geboren in Freiburg i.Br., gestorben in München

Hoffmann war Sohn der Lilly Hoffmann-Mörch und des Kameramanns Carl Hoffmann, der unter anderem die Stummfilme „Nibelungen“ und „Faust“ gedreht hatte. 1916 zogen die Hoffmanns nach Berlin, wo Kurt die Schulen besuchte. Früh trat der Sohn in des Vaters Fussstapfen. Tätigkeit als Hilfsregisseur und Regieassistent. 1939 Heirat mit Betty Grimm (sie starb 1989). 1940 wurde er in die Wehrmacht eingezogen und kurz darauf für ein Filmprojekt in Berlin wieder freigestellt. Ein zweites Aufgebot brachte ihn an die Westfront - Kriegsgefangenschaft bis 1946. Nach dem Krieg zog er nach München. Kurt Hoffmann war Deutschlands erfolgreichster Komödienregisseur der 50er und 60er Jahre. Erwähnenswert ist Hoffmanns Zusammenarbeit mit Lilo Pulver, seine "Entdeckung" ("Ich denke oft an Piroschka"), mit ihr drehte er 10 Filme, Heinz Rühmann, 7 Filme und mit Erich Kästner, der für vier seiner Filme das Drehbuch lieferte. 1954 führte er Regie in Romy Schneiders zweitem Film "Feuerwerk". Auch Walter Giller spielte in seinen Filmen mit. Hoffmann verfilmte Stoff von Friedrich Dürrenmatt und Thomas Mann und Kurt Tucholsky. Über die Verfilmung von Dürrenmatts "Die Ehe des Herrn Mississippi" ist folgende Anekdote bekannt: Hoffmann  hielt den Schluss von Dürrenmatts Buch für "nicht filmbar". Er reiste zum Schriftsteller nach Neuchâtel und schilderte diesem sein Problem. Dürrenmatt sagte darauf spontan: "Das kann man auch ganz anders machen!" und schrieb den Schluss des Drehbuchs kurzerhand neu. Hoffmann arbeitete auch mit Oliver Grimm, dem Kinderstar des deutschen Films in den 50er Jahren zusammen, Hoffmann war sein Onkel. 1959 baute er ein Landhaus in Biogno, oberhalb von Breganzona bei Lugano. Dort pflegte er regen Kontakt mit der Familie seines Schwagers, dem Filmregisseur und Tonmeister Hans Grimm, die in Bonga, etwas nördlich von Luino, ein Haus über dem Lago Maggiore besass. 1962 schrieb Erich Kästner während seines Sanatoriumsaufenthalts in Agra in seinen „Briefen aus dem Tessin: “Also, Kurt Hoffmann hat auf einem der Hügel ein Haus und Grundstück, da fällt einem der Kiefer herunter! Wie die Leute das nur machen?“ Anfangs der 70er Jahre zog sich Hoffmann mit dem Ausklingen der deutschen Spielfilmära zurück und pendelte zwischen Biogno, wo er von Ostern bis Oktober lebte und seinem Landhaus bei Alicante, Spanien, wo er die Wintermonate verbrachte. 1975 zog es sich vollkommen zurück: "Ab 65 ist man kein guter Regisseur mehr." Diese Resignation hatte auch damit zu tun, dass er sich von den "jungen wilden" Filmschaffenden in die Ecke von "Opas Kino" gedrängt fühlte. 1994 heiratete er in zweiter Ehe Luisa Schneider. Hoffmann starb im Alten- und Pflegeheim St. Maria Ramersdorf in München. Bei einem Besuch an Erich Maria Remarques Grab in Ronco s/Ascona, Hoffmann verehrte den antifaschistischen Schriftsteller, wünschte er sich, auch in Ronco begraben zu werden, "weil's  hier so schön ist und weil ich will, dass es die Menschen, die mich einst besuchen werden, es auch schön haben sollen." Er liegt auf dem Friedhof von Ronco s/Ascona begraben.