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Rudolf Jakob Humm, Schriftsteller und Übersetzer

1895-1977, geboren in Modena, Italien, gestorben in Zürich

Als Sohn eines Schweizer Kaufmannes wuchs er in Modena auf. 1914 Matura an der Kantonsschule in Aarau. Studium der Physik und Mathematik in München, Göttingen und Berlin. 1922 liess er sich als freier Journalist und Schriftsteller, Übersetzer und Rezensent in Zürich nieder. Er lebte im "Rabenhaus" an der Schifflände. Mit seiner Frau, die aus Schottland stammende Künstlerin Lili Crawford, nahm er sich nach 1933 hilfsbereit der deutschen Emigranten an. Humms Wohnung im "Rabenhaus" wurde zu einem Zentrum für geistige und kulturelle Aktivitäten, wo unter vielen anderen auch Friedrich Glauser vorlas. Humm hielt sich immer wieder in Ascona auf, siehe seine Begegnung mit Arhtur Heye, und war oft Gast im "Castello della Barca" der Rosenbaums in Comologno im Valle Onsernone. Freundschaft mit der Tanzpädagogin Katja Wulff, Kontakte mit dem Grafiker und Maler Eugen Früh. Er pflegte eine Liebesbeziehung mit Aline Valangin. Von ihr erhielt er 1970 "R.J. Humm, zum Geburtstag, 13.1.70, mit herzlichen Wünschen, Aline Valangin", deren, von Jean Arp mit Scherenschnitten illustriertes "Raum ohne Kerreim - Espace sans refrain". Humm starb an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Rudolf Jakob Humm über sein Ascona: "Du triffst dich mit einem polnischen  internierten Offizier vor einem Kamin, in dem er dir ein Feuer anzündet. Es setzt dir die Probleme seiner schwergeprüften Heimat auseinander, und du legst dich ins Bett und findest im Traum die Lösung: Du siehst ein halbes Dutzend berühmter Staatsmänner auf dem Strande der Saleggi Trauben und Brot verzehren, hierauf ein Bad nehmen und nie mehr auftauchen. Du triffst eine Dame, die in Zürich an unzähligen geheimen Übeln gelitten hat, und sie ist hier lustig und kerngesund. Freund Bührer radelt in die Piazza hinein, und anstatt des Kopfes eines zerbissenen Kapitalisten baumelt ihm von den Mundwinkeln eine Kamelie; und ihr diskutiert nicht und löst keine Welträtsel, sondern ihr seid einmal einfach miteinander zufrieden, und Freund Köbi, der Marionettenfürst und Herr des Königfarns, grinst sein altes Bodenseefischerlächeln dazu. Denn das gehört auch zu Ascona, dass der Königsfarn, der sonst nirgends in der Schweiz vorkommt, an einem seiner Bäche oberhalb des Monte Verità wächst, längs eines kurzen, aber bei Botanikern berühmten Stückes, auf dem zufällig die alte Mühle steht, die Köbi Flach in vieljähriger Bemühung zu einer vernünftigen Behausung gemacht hat. Dort lebt er sein besinnliches Pansleben, zieht Gemüse und Blumen, und nie fehlen in seinem Garten schöne Mädchen, die begeistert Setzlinge setzen."