1803 Die Mediationsakte und das Tessin.

1803 setzte Napoleon den Schweizern die Mediationsakte vor, schuf aus der Schweiz eine Provinz Frankreichs, liess Zwietracht und Privilege der reichen und noblen Herren fallen und zwang die Schweizer Kantone vier Regimente mit je viertausend Soldaten nach Frankreich zu schicken, wobei die fehlenden Männer alljährlich ersetzt werden mussten.
Der Kanton Tessin wurde verpflichtet sieben Kompanien, rund 1500 Soldaten, nach Frankreich zu entsenden. Die Tessiner Regierung übertrug jedes Jahr den Gemeinden den Auftrag, Männer zu rekrutieren. Nur wenige von ihnen kehrten zurück.
Das kantonale Gesetz schrieb 1823 vor, dass jedes Jahr in den Gemeinden Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren bestimmt wurden, die ausgebildet und in das von der Bundesversammlung dem Kanton Tessin vorgeschriebene, aktive Kontingent eingegliedert werden mussten. Nach vier Jahren Aktivdienst kamen die Soldaten in die Reserve und schliesslich für vier Jahre in die Landwehr. Diejenigen, die nicht bestimmt waren Dienst zu leisten, wurden verpflichtet, dennoch die Handhabung der Waffen zu lernen: Eine Ausbildung, die in den Dörfern in der Regel an Feiertagen stattfand und mit einem Besuch im Grotto oder in der Osteria endete.  Wer ausgewählt wurde, Dienst zu leisten, konnte sich von einem anderen jungen Mann aus dem Dorf vertreten lassen, dem als Entschädigung rund 400 Lire zustand.
Bis 1831 mussten die Gemeinden die Kosten für die Ausrüstung bezahlen. Später wurden diese Ausgaben vom Staat übernommen.
1834 beschlossen die Behörden, das eigene Kontingent zu reorganisieren und zwei Bataillone zu schaffen, beide mit zwei unabhängigen Kompanien. Gesamthaft zählten sie rund 1800 Männer; durchschnittlich zwei Soldaten pro hundert Einwohner der folgenden Gemeinden: Locarno 28, Orselina-Consiglio Mezzano 13, Solduno 5, Minusio 14, Mergoscia 10, Brione über Minusio 13, Contra mit Tenero 3, Gordola 4, Cugnasco 5, Vogorno 10, Corippo 5, Lavertezzo14, Brione Verzasca 7, Frasco mit Sonogno 13, Tegna 4, Verscio 6, Cavigliano 4. Jeder Milizsoldat war mit einem Gewehr ausgerüstet, auf dem das Wappen des Kantons Tessins und der Name seiner Ursprungsgemeinde vermerkt waren.