1931-1932 „Fontana Martina“, eine Halbmonatsschrift.

Im Oktober 1931 erschien die Nummer 1 der Halbmonatsschrift „Fontana Martina“. Im Impressum dieser Nummer steht: „Herausgeber: Fritz Jordi und Heinrich Vogeler unter ständiger Mitarbeit von Carl Meffert, Paris, Helen Ernst, Berlin, Eg. Jordi, B. Jordi, H. Brennert, Berlin, Eva Schulz, Wehlau, u.v.a.m., in beschränkter Auflage gedruckt von der Bergpresse Ronco s.A., Preis 50 Cts. pro Nr., vierteljährlich Fr. 3.-".
Carl Meffert, einer der Illustratoren von „Fontana Martina“, schilderte seine ersten Erinnerungen an den alten Weiler Fontana Martina folgendermassen: „Jordi hatte ein kleines altes Dorf gekauft. Wir sind gemeinsam dahin gefahren und haben versucht zu schauen, dass man erst wieder Fussböden legt, dass wenigstens ein Raum bewohnbar ist, dass man etwas zurecht bringt, damit man etwas zum Leben hat, d.h.  im Garten arbeiten, Holz hacken und alles, was dazu gehört. Und dann war Jordis Idee, eine Zeitschrift herauszugeben. Das war natürlich für mich das gefundene Fressen. Jordi hatte einen Kastensatz und wir hatte so eine alte Tretmaschine. Man konnte immer eine Seite Satz machen und daneben eine Graphik; und dann musste man das abziehen, 300 mal, dann wurde das wieder abgelegt; und dann kam die nächste Seite. Jordi hat auch nie ein Manuskript geschrieben; er hat einfach aus dem Satzkasten alles zusammengesetzt. Seine Originale hatte er nur im Kopf. Es war schön. Ich meine, so etwas erlebt man sicherlich ganz selten – die Art wie wir gearbeitet haben. () Man darf nicht vergessen, es war die Zeit der grossen Weltwirtschaftskrise. Diejenigen, die mit uns sympathisiert hatten, waren nicht wohlhabend, die hatten ja kein Geld. Und daher kam unsere ökonomisch schwierige Situation. Den halben Tag mussten wir immer draussen arbeiten, damit wir was zum Fressen hatten und damit wir heizen konnten. Den anderen halben Tag, da haben wir intensiv in dieser kleinen Druckerei gearbeitet.“
In der Ausgabe Nr. 7 von Januar 1932 steht unter „Eingänge und Zuschriften“ zu lesen: „ An J. G. in Genf: Du schiltst mich in deinem Familienblatt „Genfer Nachrichten“ (das übrigens gut geschrieben und ganz unmateriell billig ist) einen Materialisten. Andere sagen es auch, es muss also etwas dran sein, und wahrscheinlich liegts am täglichen Hantieren mit so gegenständlichen Materien wie Erde und Steinen und Pflanzen! Aber immerhin, ich tausche meine Unabhängigkeit nicht an deine Annconcen. Tschau!"
Die letzte Ausgabe von „Fontana Martina“ war die „November-Sondernummer 20/21 vom 7. November 1932.
Sämtliche Ausgaben von "Fontana Martina" wurden in folgendem Werk nachgedruckt: „Vollständiger Faksimile-Druck der von Fritz Jordi und Heinrich Vogeler 1931/32 in Ronco s/Ascona herausgegebenen Halbmonatsschrift ‚Fontana Martina’“, Edizioni San Pietro, Ascona, 1981.