1932 Zwischenbericht aus Ascona, Fritz Jordi und Heinrich Vogeler.

Aus "Fontana Martina", Halbmonatszeitschrift, Nr. 11, März 1932, herausgegeben von Fritz Jordi und Heinrich Vogeler:

 

Den Sängern von Ascona

 

Liebe Leute, Euch quälen wohl Sommerfliegen

oder die Hitze ist Euch zu Kopfe gestiegen?

Frau J... was sind das für Geschichten,

die Menschlichkeit von Ascona berichten,

wer schreibt denn unter deinem Namen

so üble Hotelreklamen?

 

Erst sprecht Ihr von Bolschewickenschriften,

dann preist Ihr die dummsten Kapitalisten,

vor denen sich hier die Säue grausen,

die als Klub zusammen im H...haus hausen.

Wo habt Ihr die Augen? Die Ferne macht klar,

so schreibt Ihr. Das dünkt uns sonderbar.

Ascona dulde nicht Herren noch Knecht?

Geht auf die Gemeinde, da sagt man's Euch recht.

Fragt mal, wer aus diesen Paradiesen

nur schon als mittellos ausgewiesen.

 

Doch bringt 'ne Million -

dann könnt Ihr zu vieren

und einzeln 'ne mächtige Fresse riskieren!

 

Das ist heut Ascona, wie's geht und wie's steht,

eine Kapitalisten-Sentimantalität ...

 

Nehmt in der nächsten Nummer den Druck zurück,

Fr. J..., dies war kein Heldenstück!

 

Max