1933 Moscia, die erste Eranos-Tagung findet statt.

Was sich 1933 im Vortragssaal der Olga Fröbe-Kapteyn in Moscia abspielte, wurde gut 75 Jahr später wie folgt beschrieben: „Im symbolträchtigen Jahr 1933 fand die erste Eranos-Tagung statt, zum Thema „Yoga und Meditation im Osten und im Westen“ – nicht auf dem Monte Verità, der damals bereits dem Baron von der Heydt gehörte (1927 war das neue Hotel erbaut worden), sondern im nahegelegenen Moscia, direkt am Ufer des Sees. Knapp sieben Monate nach der Machtergreifung des NS-Regimes in Deutschland, als die ersten Auswirkungen schon spürbar wurden, haben wir dieses Fanal einer Begegnung von östlicher und westlicher Geisteswelt!  (...) Eranos hat sich seit seiner Gründung 1933 vor allem um eine Begegnung zwischen den Kulturen, aber auch zwischen Natur- und Geisteswissenschaften bemüht; dabei kommen der Psychologie des Unbewussten und den Religionswissenschaften wichtige Mittlerrollen zu. Aber Eranos ist auch ein Forum, das die wissenschaftliche Erforschung von Randgebieten mit einbezieht: Alchemie, Mystik und Hermetik.
Die Tagungen sind öffentlich und für alle Interessierten zugänglich. Das griechische Wort Eranos meint ein Gastmahl, das von den mitgebrachten Gaben der Gäste lebt. In diesem Fall bestehen die Gaben aus Beiträgen namhafter Wissenschaftler aus ganz verschiedenen Fachgebieten zu einem vorher festgelegten Thema. In den Referaten soll der Mensch im Vordergrund stehen, denn „die wahre Geschichte des Geistes ist nicht in gelehrten Büchern aufbewahrt, sondern in dem lebenden seelischen Organismus jedes einzelnen.“(C.G. Jung) Seit 2001 hat der „Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Tagungen von Eranos“ sich zum Ziele gesetzt, die Tagungen in diesem umfassenden Sinn weiterzuführen.
Unsere Tagungen finden einmal jährlich in Ascona statt, in der Regel Ende August, dauern vier Tage und sind für alle Menschen offen, die dem Geist der Zukunft nachspüren möchten. Dem Referat am Morgen folgt eine ausführliche Diskussion der Teilnehmer mit dem Referenten am Nachmittag, so dass viel Zeit bleibt, dem jeweiligen Thema gemeinsam auf den Grund zu gehen.“ Quelle: www.eranos-ascona.ch, Erik Hornung und Andreas Schweizer.
2001 erschien „Der verborgene Geist von Eranos. Unbekannte Begegnungen von Wissenschaft und Esoterik. Eine alternative Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts“ Verlag scientia nove, Bretten; hier die Buchbesprechung in der Neuen Züricher Zeitung vom 21. November 2001: