1944 La Battaglia dei Bagni di Craveggia.

Die „Battaglia dei Bagni di Craveggia“ Nach der Kapitulation der faschistischen Regierung Italiens im September 1943 und der darauf folgenden Entwaffnung der italienischen Armee durch die deutsche Wehrmacht zerfielen so ziemlich alle staatlichen Strukturen im Land. Mit dem erfolgreichen Vormarsch der Alliierten Truppen durch Italien nach Norden bilden sich verschiedene „freie Republiken“, so auch die „Repubblica d’Ossola“. Den Partisanen gelang es, die faschistischen Machthaber zu vertreiben. Die Republik d’Ossola umfasste das Gebiet vom Monte Rosa Massiv im Westen bis nach Cannobio am Lago Maggiore im Osten: 1'600 Quadratkilometer, 75'000 Einwohner. Doch das befreite Gebiet wurde von der deutschen Wehrmacht mit Unterstützung italienischer Faschisten in der Operation "avanti", einer Hetzjagd auf Partisanen und die Bevölkerung, umgehend zurück erobert. Die am 10. September 1944 ausgerufene „Repubblica d’Ossola“ war am 23. Oktober 1944 bereits wieder zerschlagen. Vor diesem Hintergrund trug sich am 18. und 19. Oktober 1944, zuhinterst im Valle Onsernone, folgendes zu: Rund fünfhundert Flüchtlinge, die Hälfte Zivilisten, unter ihnen 37 Frauen und 31 Kinder, erreichten nach einer dramatischen Flucht über die hohen Berge die „Bagni di Craveggia“ und ersuchten bei den Schweizer Behörden um Asyl. Am Morgen des 18. Oktober traf eine 200 Mann starke, schwer bewaffnete deutsch-italienische Einheit, von Craveggia her kommend, ebenfalls bei den „Bagni“ ein und eröffnete sofort das Feuer auf die Flüchtlinge. Zwei von ihnen wurden getötet, viele verletzt und gefangen genommen, der größte Teil konnte nach Spruga hinauf fliehen. Der italienische Kommandant forderte vom für Spruga zuständigen Kommandanten der Schweizer Armee die Auslieferung der geflüchteten „Banditen - lebendig, verletzt oder tot“, bis spätestens am 19. Oktober um 6 Uhr morgens. Sollten die Schweizer das Ultimatum nicht einhalten, würde er seiner Einheit den Befehl zum Angriff auf Spruga erteilen. Dies veranlasste auf Schweizer Seite sofort eine verstärkte Grenadierkompanie nach Spruga zu entsenden, mit dem Auftrag, eine Grenzüberschreitung durch die deutsch-italienischen Truppen zu verhindern. Noch in der Nacht vom 18. Oktober begannen die Schweizer Grenadiere, mit dem Stellungsbau. Am folgenden Morgen wurde dem italienischen Kommandanten mitgeteilt, es würden keine Flüchtlinge ausgeliefert und einem Angriff werde man sich mit Waffengewalt widersetzen. Kurz darauf zog sich die faschistische Einheit wieder zurück. Ein Granitkreuz am Weg auf der Schweizer Seite des Isorno erinnert an einen der Gefallenen in der „Battaglia dei Bagni di Craveggia“. Aline Valangin erzählte in ihrem Roman: "Die Bargada. Dorf an der Grenze" unter anderem über die "Battaglia".