1944 Kok im KZ Buchenwald.

Leo Kok über die Lebensbedingungen im Konzentrationslager Buchenwald, „Kleines Lager“. „Auskleiden war unmöglich. Manche zogen es vor, sich auf die Tische oder auf den Fussboden zu legen, aber es wurde nach ein paar Tagen verboten. Esstöpfe gab es nur für ein Viertel der Belegschaft, so dass wir die Morgensuppe und Kaffee zu viert in einen Topf bekamen. Die Mittagsuppe wurde in Serien ausgegeben, jede Serie bekam die ungewaschenen Töpfe der vorigen. Unter uns waren offene Syphilitiker und Tuberkulöse. Alles, was wir bekommen hatten, war ein Löffel. Wir hatten noch nichts organisieren können, auch keine Messer. Die Appelle vor oder in den Blocks dauerten stundenlang. Manchmal wurden wir um Mitternacht aus den Blocks geholt und standen bis drei Uhr im Schnee, im Dreck. Viele Alte fielen um und durften erst nach dem Appell hineingetragen werden. ... Wir wurden von Flöhen schrecklich gequält. An einem Tage, als die Sonne ein wenig schien, fand ich in meiner Decke 108 Stück. Wasser gab es fast nie. Austreten war eine Qual, der Ort war entweder vereist oder stand unter Wasser. Er lag tiefer als der Block, und es gehörten ausgesprochen akrobatische Talente dazu, um hinzugelangen. Trotzdem war er fortwährend voll besetzt, denn fast alle litten an Durchfall und Dysenterie. In der Nacht musste man sich im Dunkeln mit den Händen einen freien Platz abtasten und setzte sich dann oft in den Dreck des anderen Kranken. Wenn Wasser da war, mussten wir uns morgens um 5 Uhr waschen gehen in den meist entfernten Waschraum. Viele drückten sich, denn der Weg durch den Dreck auf Pantinen war eine Qual und niemand oder fast niemand hatte ein Handtuch, dazu bekam man kaum Platz und Zeit, sich richtig abzuwaschen.“ Leo Kok (Häftling 1944-1945) über die Lebensbedingungen im „Kleinen Lager“, Bericht 1945, BwA 52-46-8 aus „ArbeitsBlätter“, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau. Siehe dazu auch "1992 - Leo Kok stirbt - eine Gedenkschrift" von Hanspeter Manz.