Herbert von Karajan
Herbert von Karajan, Dirigent

1908-1989, geboren in Salzburg, gestorben in Anif, Salzburg

Eigentlich Heribert Ritter von Karajan. Karajannis ist ursprünglich ein mazedonisches Geschlecht. Ein Vorfahre Karajans wurde vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. in den erblichen Reichsadel erhoben. Sein Vater Ernst war Chirurg seine Mutter Marta, geborene Kosmac, stammte aus dem Land Krain. Als Vierjähriger nahm Karajan Klavierunterricht. Nach der Matura 1926 studierte er in Wien Maschinenbau und Musikwissenschaft. Sein erster öffentlicher Auftritt als Dirigent war im Jahr 1929 mit dem Salzburger Mozarteum-Orchester. 1930 wurde er Erster Kapellmeister am Ulmer Stadttheater, 1935 wechselte er als jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands nach Aachen. Von 1933 bis 1939 war Karajan Mitglied der NSDAP, mit der er gemeinsame Sache machte – 1939 ernannte Adolf Hitler ihn zum Staatskapellmeister. Anfangs 1945 setzte er sich nach Italien ab. Nach Kriegsende wurde er aufgrund seiner Zugehörigkeit zur NSDAP für wenige Monate mit einem Berufsverbot belegt. 1948 Début an der Mailänder Scala, 1951 an den Bayreuther Festspielen, 1955 wurde er nach Wilhelm Furtwängler und Sergiu Celibidache Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Zwischen 1956 und 1960 amtete er als künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele, 1957 und 1964 als derjenige der Wiener Staatsoper. Er war 1967 Gründer der Salzburger Osterfestspiele. Unzählige seiner Einspielungen wurden auf Schallplatten und CDs festgehalten. Neben vielen anderen stand er auch mit dem Pianisten Alexis Weissenberg in beruflichem Kontakt. Herbert von Karajan war dreimal verheiratet: 1938 mit Elmy Holgerloef, Sopranistin, 1942 Anita Gütermann, Erbin einer Nähseidenfirma und 1958 mit Eliette Mouret, südfranzösisches Fotomodell, mit der er zwei Töchter hatte. Er war leidenschaftlicher Porsche-Fahrer und Pilot, er hatte eine private Pilotenlizenz, folg eine Cessna und eine Dassault Falcon 10, war in den Medien oft auf Yachten in St. Tropez und anderen angesagten Orten gesehen und hatte sein Domizil in Anif und lebte während langer Jahre am Suvretta-Hügel bei St. Moritz. Zu Zeiten des Verbots der privaten Fliegerei, das die Alliierten im Nachkriegsdeutschland angeordnet hatten, war Karajan in Ascona zu sehen, auf dem Bild unten zusammen mit dem Fluglehrer Edmond Dougoud auf dem Flugplatz Ascona.
Edmond Dougoud und Herbert von Karajan