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Richard Katz, Reiseschriftsteller

1888-1968, geboren in Prag, gestorben in Muralto

Studierte in Prag. Bereits während des Studiums war er journalistisch tätig. War als "reisender Reporter" ein gutes Jahr in Ostasien. Er wirkte in Leipzig und Berlin. Als Verlagsdirektor des "Leipziger Tagblatts" stellte er 1922 den Studenten Erich Kästner "vom Fleck weg" als Redakteur ein, nachdem er dessen Texte gelesen hatte. 1931 erster Ferienaufenthalt in Locarno. Als Jude emigrierte er 1933 in die Schweiz, wo er sich in Locarno-Monti ein eigenes Haus kaufte. 1941 wurde seine Aufenthaltsbewilligung von der Tessiner Fremdenpolizei nicht verlängert. Flucht nach Brasilien, brasilianische Staatsbürgerschaft. In Südamerika verfasste Katz mehrere Reisebücher. Zusammenarbeit mit Max Krell. Sein "Leidensgenosse" Stefan Zweig nahm sich in Brasilien das Leben. Katz kehrte 1956 zurück nach Locarno. 12 Jahre nach seiner Rückkehr aus Übersee starb er einsam, verlassen und vergessen. Katz war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als es weder Television noch Internet gab, der meist gelesene deutsche Reiseschriftsteller. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Locarno.