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Klabund, Schriftsteller

1890-1928, geboren in Crossen an der Oder, Deutschland, gestorben in Davos

Eigentlich Alfred Henschke. Apothekerssohn. Studium der Philosophie und Musik in München, Berlin und Lausanne. Seit 1912 als freier Schriftsteller in München und Berlin tätig. Er war immer wieder in moralische und politische Skandale verstrickt und wegen Gotteslästerung angeklagt. Sein Künstlername setzt sich aus den Wörtern "Klabautermann" und "Vagabund" zusammen. 1916-1918 zur Kur in Davos (er erkrankte mit 16 Jahren an Tuberkulose). Er hielt sich mehrmals in Tessiner Lungensanatorien auf und beteiligte sich am Leben der Künstlerkolonie auf dem Monte Verità auf, Bekanntschaft mit Hermann Hesse 1916. Jakob Flach schrieb: „Zu jener Zeit bewohnten wir ein sonderbares Dichterhaus, dreistöckig ragte es aus einer ständig blühenden Rosenlaube, die Poesie war hier zu Hause, aber ihre Diener dienten ihr oft boshaft und sarkastisch: ein bulgarischer Literat mit Frau, die ihrem noch ungeborenen Kind Goethe und Shakespeare vorlasen, um so früh wie möglich mit der Bildung zu beginnen, sie nannten das Fötopädagogik; ein dichtender Philosoph, der sich nur mit Eau de Cologne wusch und auch den Whisky ohne Wasser trank; der Tierschriftsteller Carl Soffel, der ständig mit Klabund die Wohnung wechselte, mal oben, mal ganz unten, wenn das Geld mal knapp war, auch mal zu zweit in der Mitte; da beide viele Bücher besassen, wurden bei jedem Umzug auf eine andere Ebene alle Bewohner nebst Gärtner und Putzfrau rekrutiert, um, wie beim Ziegelbieten, Band für Band von Hand zu Hand durch Treppenhaus wandern zu lassen. Wenn dann Stille und Ordnung aus dem Chaos geboren war, dichtete Klabund: "Ich singe, Wie mir der Schnabel gewachsen ist, Mein Gelbschnabel, Denn ich bin ein lser Vogel.“ Klabund starb an Schwindsucht. Hermann Hesse schrieb 1920: "Leicht bewegt, jedem Hauche offen, ist Klabund durch die Welt der Dichtung geflattert. Er hat den Roman des Propheten, den Roman des Soldaten, den Roman Eulenspiegels geschrieben, er hat Chinesen und Franzosen nachgesungen, er ist im Kriege neu aufgewacht und hat mit neuem Sinn seine Zeit erlebt. Oft noch wird er aufwachen, oft noch einschlafen, oft Schelmereien treiben, oft sich im Ewigen vergrübeln, denn er ist ein lyrischer Mensch, schmerzvoll verliebt in die Welt, in die ganze, frohe, traurige, schöne, scheussliche, wunderliche Welt. Oft erscheint mir Klabund wie eine Windharfe; jeder Wind, er komme woher er wolle, klingt in ihr auf, und jeder Klang scheint alt und oft gehört und klingt doch neu und berückend."  "Macht die Menschen glücklicher, und ihr werdet sie besser machen." Klabund.