Fredi

Fred Engelbert Knecht, Maler und Verleger

1934-2010, geboren in Dübendorf, gestorben in Thalwil

Geboren in Dübendorf mit Wurzeln in Stammheim. Dort, bei seinem Grossvater, lernte er in der Kriegs- und Nachkriegszeit das Leben der damaligen Bauern kennen, das ihn prägen und beeinflussen sollte. Die Pflanzen- und Tierwelt haben in allen seinen Schaffensperioden eine wichtige Rolle gespielt, insbesondere in der Bedrohung durch ungehemmtes Bauen oder indirekt durch die viel diskutierte Klimaerwärumung. Er wurde ein Umweltaktivist der ersten Stunde. Mit seinen Bildern nahm er schon früh Themen vorweg, die damals völlig neu waren und noch nicht verstanden werden wollten, heute aber zum Allltag gehören. An der Kunstgewerbeschule (1950-1955) in Zürich eignete er sich ein grosses Fachwissen an (Zeichnen, Malen in Aquarell und Acryl). 1963 schloss er sich der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten, GSMBA, der heutigen VISARTE.SCHWEIZ, an, im gleichen Jahr war in der Galerie zum Struhof in Zürich seine erste Einzelausstellung zu sehen. Anregung in der künstlerischen Bewältigung seiner Themen fand er bei den naiven Künstlern, so etwa bei Adolf Dietrich, Henri Rousseau und René Magritte, doch es finden sich keine Gemeinsamkeiten; die Bilder von Knecht sind völlig selbstständige Werke. Daneben lernte er viele Künstlerkollegen kennen, mit denen er arbeitete (z. B. Friedrich Kuhn, René Brauchli, Gottlieb Kurfiss), reiste (Karl Madritsch, Fritzli Müller) oder Galerien betrieb (Jan Krugier). Auch Peter P. Riesterer gehörte zu Knechts grossem Bekanntenkreis. In Zürich war er einer der Ersten, der in seiner Galerie die Bilder von Art-brut-Künstlern ausstellte, etwa Hans Krüsi. Auch als Verleger gibt er bis in die jüngste Vergangenheit Werke heraus, die u. a. Ausdruck zu seiner Liebe zur Natur sind. Es sei besonders erwähnt „Pommerys grosse Weltraumreise“ (2006, ISBN 978-3-033-00930-1). Die letzten Jahre seines Lebens waren geprägt vom frühen Tod seines Sohnes Marcel und von der Brandstiftung in seinem Galerie A16 an der Ausstellungsstrasse in Zürich. Knecht führte die Galerie A16 mit einem kleinen Unterbruch während 31 Jahren. Fredi Engelbert Knecht verbrachte ab dem Jahr 2000 während der Sommermonate viel Zeit im ehemaligen Kindergarten von Ronco s/Ascona, ein altes Haus, das er bis ins Jahr 2009 gemietet hatte.