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Gustav Landauer, Übersetzer, Journalist und Anarchist

1870-1919, geboren in Karlsruhe, gestorben in München

Zweites Kind einer jüdischen Schuhhändlerfamilie. Gymnasium in Karlsruhe, Studium der Germanistik und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Strassburg. 1893 Abbruch des Studiums. Tätigkeit als Journalist, Übersetzer und Vortragsreisender. Er engagierte sich im Kreis der Berliner Sozialisten und Anarchisten. 1892 Heirat mit der Schneiderin Margarethe Leuschner. 1892 Verhaftung wegen „Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Staatsgewalt“, neun Monate Gefängnis. 1899 Aufenthalt in London, Kontakte mit Kropotkin. 1903 Scheidung und Heirat mit Hedwig Lachmann, Lyrikerin und Sprachlehrerin, mit der er seit 1902 eine Tochter hatte. Journalistische Tätigkeit. Im Sommer 1908 erste Begegnung mit Margarethe Hardegger in Ascona, die beiden verliebten sich ineinander. Zu dieser Zeit auch Bekanntschaft mit Bernhard Mayer. Hardegger zog 1909 mit ihrer ältesten Tochter für kurze Zeit in Landauers Nähe nach Berlin.  Gründung des „Sozialistischen Bundes“ mit Erich Mühsam, Margarethe Hardegger und Martin Buber. 1910 trat Landauer im „Geheimbund-Prozess“ gegen Erich Mühsam zusammen mit Margarethe Hardegger, Thomas Mann und Franz Wedeking als Entlastungszeuge auf. 1911 überwarf sich Landauer mit der Hardegger, Streitpunkte waren die freie Liebe und die Psychoanalyse. Tod der zweiten Frau 1918 wegen einer Lungenentzündung. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg schloss Landauer sich der „Münchner Räterrepublik“ an um Erich Mühsam, Ernst Toller und so weiter an, trat aber kurz darauf von allen Chargen zurück. Im Mai 1919 Verhaftung in München, einen Tag später wurde Landauer im Zuchthaus Stadelheim von Soldaten ermordet.