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Horst Lemke, Grafiker, Illustrator und Kunstmaler

1922-1985, geboren in Berlin, gestorben in Brione

Sohn eines preussischen Bankbeamten. Lemke, ein gebürtiger Berliner,  musste das Gymnasium Charlottenburg kurz vor dem Abitur verlassen, weil er eine "schmähliche" Göbbels-Karrikatur zeichnete und ihm deswegen "erwiesene Unreife"  attestiert wurde. 1939-1941 Grafikstudium an der "Staatlichen Hochschule für bildende Künste" in Berlin. Erlebte den Zweiten Weltkrieg ab 1941 als Soldat. Ab 1944 Dienst als Kriegsberichterstatter bei den Nachtjägern. 1945 desertierte er in St. Pölten bei Wien aus der Wehrmacht, nachdem er als Falschirmjäger, quasi ein Todesurteil, eingeteilt wurde. Seine mehrmonatige Flucht führte ihn zu Fuss über 1'500 km durch ganz Österreich, über Landeck nach Heidelberg, das inzwischen von den Alliierten befreit worden war. 1945-1957 erfolgreiche Tätigkeit als Werbegrafiker und Illustrator in Heidelberg. Dort kam er für die fünf Kinder seiner Lebenspartnerin Lore auf. 1954 erste Italienreise. Sein Plan, sich in Italien niederzulassen, scheiterte an der Arbeitsqualität der italienischen Post, Lemkes berufliche Tätigkeit erforderte zuverlässige Postdienste. Er lebte ab 1957 in Brione, in der "Ca' Nostra", einem 400jährigen Kleinbauerngehöft, bestehend aus drei kleineren Gebäuden mit Ziehbrunnen. 1964 schrieb Erich Kästner „Morgen will mich Horst Lemke über den Nachmittag nach Brione holen, um mir sein nun völlig umgebautes Bauernhaus vorzuführen.“ (Briefe aus dem Tessin.) Ab 1965 widmete sich Lemke immer mehr der freien Malerei. Seiner Frau Ricarda machte er am Tag des Kennenlernens "per Sie" einen Heiratsantrag, drei Monate später, am Freitag, den 13. Oktober 1965 wurde geheiratet; Ricarda gebar zwei Töchter. Ab 1968 war Lemke Präsident der Asconeser Künstlervereinigung AAA. Persönliche Freundschaften mit Erich Kästner, für den er mehrere Bücher illustrierte, Otto Bachmann, Egon Schöneberg, Maurice Frido, Henry Jäger, sein "bester Freund", Erich Maria Remarque, Helmut Zacharias, der ihm eine kleine Komposition widmete, und anderen. Er arbeitete auch für das Asconeser "Ferien-Journal". Insgesamt illustrierte er rund 250 Bücher, auch solche von Max Kruse, dem Sohn von Käthe Kurse, von Astrid Lindgren und von den Gebrüdern Grimm. Lemke war bekannt für seine Vorlieben: Cabriolets, sein Hund und grosse, blonde Frauen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Brione sopra Minusio.