Elisabeth „Elly“ Lenz, Malerin und Theosophin

1874-1945

Elly Lenz hatte sich auf dem Monte Verità „erfolgreich vom bürgerlichen Druck lösen können“. Im Sommer 1907 zog sie von ihrer Lufthütte ins Columbario von Raphael Friedeberg, am 28. Dezember dieses Jahres kam der gemeinsame Sohn Harald zur Welt. 1913 schrieb Friedeberg seinem Freund Brupbacher: „Elly macht noch in Theosophie, Harald wächst und ich altere.“ Elly Hinwendung zur Theosophie führte zu Spannungen in ihrer „freien Ehe“, die damals in Anarchisten- und Künstlerkreisen häufig war. Fritz Burpbacher schrieb über Elly: „Sie ist fast weiss geworden. Sie kam, um zwei theosophische Vorträge zu hören. Sie lebt mit ihren Gedanken in einer anderen Welt und spricht sehr abschätzig von der Liebe. Eine weibliche Energie, die sich nicht ausgeben kann und darum Theosophin wird. Ich denke, ihr Mann ist ihr zu breitschultrig, und darum geist sie gern zum Theosophenmeeting. Sie ist nach einer Photographie gepackt worden von dem durchgeistigten Ausdruck des Redners, der hier spricht.“ 1914 zog sie mit Sohn Harald nach Dornach, wo die „Anthroposophische Gesellschaft“ mit Rudolf Steiner das Goetheanum erbaute. Raphael Friedemann unterstütze sie, solange er selbst die Möglichkeit dazu hatte.