Ruggero Leoncavallo
Rolf Liebermann, Komponist, Musikpädagoge und Autor

1910-1999, geboren in Zürich, gestorben in Paris

Schulen in Zürich und Trogen. Jurastudium in Zürich, gleichzeitig Musikunterricht am Privatkonservatorium in Bern. Tätigkeit als Komponist, Kabarettist und Dirigent. 1938-1940 Aufenthalt in Ascona, Liebermann erteilte Unterricht für jüdische Flüchtlingskinder im Heim von Lilly Volkart in Ascona. 1940 Beginn des Kompositionsunterrichts bei Wladimir Vogel. 1945-1950 Tonmeister am Radio Zürich. Verschiedene Kompositionen. 1959-1970 Intendant der Hamburgischen Staatsoper. 1963 Professur. 1973-1980 Administrateur Général du Théâtre National de l’Opéra de Paris. Verschiedene Buchveröffentlichungen, Inszenierungen, Kompositionen und Leitungsfunktionen. Im Lauf seiner Karriere kamen Liebermann unzählige Ehrungen und Auszeichnungen zuteil.
Neue Zürcher Zeitung vom 18. Oktober 2008, "Tonserienfabrikanten und Palmwedelhalter Schönbergs. Die Zwölftonmusik und ihre ersten Vertreter in der Schweiz: Bereits 1940 wurde Rolf Liebermann (1910–1999) in Ascona Vogels Privatschüler. Liebermanns erstes zwölftöniges Stück war die Kantate "Une des fins du monde", geschrieben 1942/43 auf einen Text von Giraudoux, veröffentlicht 1945. Im gleichen Jahr holte ihn Hermann Scherchen als Tonmeister zum schweizerischen Landessender Beromünster, nach fünf Jahren übernahm Liebermann die Leitung der Musikabteilung. Er handhabte die Zwölftontechnik auch später, etwa in seinen Opern, auf persönliche, gänzlich undogmatische Art. Die Reihen sind oft wie bei Alban Berg mit Dreiklangstrukturen durchsetzt. Dies ist wohl auch der Grund, dass sogar sein 1945 komponiertes "Furioso" für Orchester, unter der Leitung von Hermann Scherchen, 1947 in Kranichstein eine erfolgreiche Aufführung erlebte. Liebermann setzte seine kompositorischen Erfolge dann vor allem im Ausland fort.
http://www.ndr.de/kultur/geschichte/portraets/liebermann102.html