Ruggero Leoncavallo
Maillet Leo, Maler und Radierer

1902-1990, geboren in Frankfurt am Main, gestorben in Bellinzona

Eigentlich Leopold Mayer. Sohn einer jüdischen Hutmacherfamilie. Maillet wuchs in Frankfurt auf. Kaufmännische Lehre in einem Modehaus. 1923 nahm er Grafikunterricht mit dem Ziel, Modezeichner zu werden. 1929 Studienaufenthalt in Melide und Rovio. Sein Vater starb 1932, die Mutter wurde 1942 von den Nazis in Viehwagons deportiert und in einem Wald bei Riga zusammen mit 992 anderen Juden erschossen (www.alemannia-judaica.de). Maillet floh über Luxemburg nach Paris, wo er arbeitete. 1938 Heirat mit der Modezeichnerin Margarete Hoeß, Scheidung 1945. 1939 nach Kriegsausbruch Internierung durch Funktionäre des Vichy-Regimes. Flucht in die Provence 1940. 1942 Verhaftung durch die Gestapo seiner jüdischen Herkunft wegen. Internierung in französischen Konzentrationslagern. Seine Werke im Pariser Atelier wurden von der Gestapo vernichtet. Deportation nach Auschwitz, es gelang ihm am zweiten Tag der Reise aus dem Zug zu springen und über die Cher ins freie Frankreich zu schwimmen. Flucht vor den einmarschierenden Deutschen in die Berge, wo er sich unter dem Namen Leo Millet als Hirte betätigte. Eine Organisation der französischen Résistence verschaffte ihm einen Pass und schleuste ihn mit einer Gruppe italienischer Musiker in die Schweiz. Nach dem Krieg bildete er sich in Basel und Lausanne zum Bühnenbildner und Typografen aus. 1949 erster Besuch im Tessin nach dem Krieg. Ausstellungen in Basel, Lausanne und Locarno. Ab 1953 lebte und arbeitete er in Zürich und im Tessin. Ausstellungen in ganz Europa. 1956 Heirat mit Regina Lippl, Tochter des Intendanten des Münchner Residenztheaters, sie hatten zwei Kinder. 1964 Bau des Hauses in Verscio. 1968 erhielt Maillet das Schweizer Bürgerrecht. In einem "Ferien-Journal" von Sommer 1980 wird Maillet von Peter Riesterer unter "Asconeser Persönlichkeiten" beschrieben. www.leo-maillet.de