Ruggero Leoncavallo
Thomas Mann, Schriftsteller

1875-1955, geboren in Lübeck, gestorben in Zürich

Sohn einer Kaufmannsfamilie. Begann in der Jugendzeit zu schreiben. Mit der Volljährigkeit erhielt er Zugang zum Erbe des früh verstorbenen Vaters und konnte sich eine Existenz als freier Schriftsteller leisten. Mit Mitte zwanzig veröffentlichte er 1901 seinen Familienroman "Buddenbrooks", für den er 1929 den Literaturnobelpreis erhielt. In den 1920er Jahren untersützte er den "Guru" Gusto Gräser. In seiner "Deutschen Ansprache" von 1930 würdigte er den Nationalsozialismus wie folgt: „Eine Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsrohheit“ und „Massenkrampf, Budengeläut, Halleluja und derwischmässiges Wiederholen monotoner Schlagworte, bis alles Schaum vorm Munde hat“. 1933 emigrierten die Manns über Frankreich nach Küsnacht. 1936 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft. 1938 Exil in den USA. 1952 Rückkehr in die Schweiz nach Kilchberg. Sein Bruder Heinrich und drei seiner sechs Kinder, Erika, Klaus und Golo, waren ebenfalls bedeutende Schriftsteller. Die "Casa Rossa" von Hermann und Ninon Hesse war eine der Anlaufstellen für Thomas Mann auf seinem Weg ins Exil. Er korrepondierte unter anderem mit Alfred Andersch. Mann war Gast im "Grand Hotel Brissago". Max Krell schrieb: "In der Schweiz hatte sich eine nationalsozialistische "Front" gebildet ... Selbst in die höchsten Ränge der Regierung war dieser Geist eingedrungen. Der Bundesrat für das Äussere, ein Tessiner, fühlte sein Herz für Mussolini schlagen, ein anderer Bundesrat schwärmte erkennbar für Hitler, dass man ihn schliesslich bat, seinen Sessel frei zu machen. Es war ihnen schon recht peinlich, dass man einen weltberühmten und mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Dichter, der niemals seine Hitler-Feindschaft verbarg, in Küsnacht sitzen hatte: Thomas Mann. Es gelang ihm auch nicht, Schweizer Bürger zu werden, er musste sich die Ehrenbürgerschaft von den Tschechen schenken lassen." www.thomasmann.de