Sonja Markus-Salati
Sonja Markus-Salati, Tänzerin und Malerin

1902-1993, geboren in Zürich, gestorben in Lugano

Autobiografische Notiz aus dem Ausstellungsprospekt des Museo Epper, Ascona, wo vom 16. April bis 3. Juli 2011 die Ausstellung "I colori della danza" zu sehen ist: "Ich kam 1902 als jüngstes von 10 Geschwistern in der Zürcher Altstadt zur Welt, wo meine Eltern ein Stoffgeschäft führten. Mein Vater war ein Ästhet, meine Mutter eine sehr tüchtige Geschäftsfrau. Meine Schwester Mary erbte ihr kaufmännisches Talent, wir andern Geschwister eine künstlerische Ader von Ichweissnichtwem. Rosa wurde ein Bücherwurm, Stefan ein Schriftsteller, Fritz ein Bariton, die andern starben jung und ich wurde eine Tänzerin. Aus einer Kinderwelt voller phantastischer Träume und der frühen Sehnsucht nach schöpferischem Ausdruck war ich der Wigman nach Dresden gefolgt, wurde ich Schülerin von Laban und Palucca. Dann wurde ich die Frau eines Tessiner Journalisten und Schriftsteller Vinicio Salati und - nach dem Tod unserer ersten Tochter Dunja - kam Zoe, kamen die Sorgen des Alltags, das Stundengeben, und es wurde für mich immer schwerer, die tänzerische Karriere weiterzuführen. Aber der Drang, künstlerisch zu schaffen, war noch immer da, und so machte ich eines Nachts die ersten Versuche mit Farbe und Pinsel. Und daraus entstanden meine Glasbilder, die Temperas und die Tuschzeichnungen, die bisher in Lugano, Lausanne, Zürich, Mailand und Jerusalem ausgestellt wurden."
Die Familie von Sonja Markus-Salati stammte aus dem zaristischen Russland. Im Jahre 1900 emigrierten ihre jüdischen Eltern mit den zahlreichen Kindern nach Zürich, um den antisemitischen Verfolgungen zu entgehen. Sonja wird als einziges Kind in der Schweiz geboren: eine Zeitlang besuchte sie regelmässig ihre Grosseltern mütterlicherseits in Russland. Foto: Alfonso Zirpoli.